„In Kürze ist es soweit: Die Tarife im Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) und im Verkehrsverbund Rhein-Sieg (VRS) ändern sich zum 1. Juni 2026 teils drastisch. Beide Tarife sind für das Bergische Städtedreieck relevant, sie liegen zwar alle im VRR-Gebiet, da Remscheid und Solingen jedoch direkt an den VRS grenzen, gilt für Fahrten über diese südliche Grenze hinaus (z.B. nach Wermelskirchen, Leichlingen, Leverkusen und Köln) der VRS-Tarif, künftig Rheinland-Tarif genannt.
Der VRR trennt sich endgültig von seinen Wurzeln: den Waben (daher das VRR-Logo). Zu seiner Gründung 1980 wurde das gesamte Verbundgebiet in Waben aufgeteilt, mehrere Waben bilden ein Tarifgebiet. Das ist bis heute so, die Preisstufe A gilt in einem Tarifgebiet oder für Fahrten zwischen angrenzenden Waben zweier Tarifgebiete.
Beispiele: Wuppertal-West ist Tarifgebiet 65, für Fahrten von Cronenberg (Wabe 654) nach Remscheid-Mitte (Tarifgebiet 75, Wabe 750) oder Solingen-Mitte (Tarifgebiet 74, Wabe 740) gilt auch Preisstufe A (Einzelfahrt 3,80 Euro). Bis zum 31. Mai, danach gilt hierfür Preisstufe B (Einzelfahrt 7,80 Euro). Gleiches gilt für alle Fahrten vom Stadtrand in die direkte Nachbarschaft, z.B. von Vohwinkel nach Haan, Wülfrath oder Gräfrath, von Langerfeld nach Schwelm und von Ronsdorf nach Lüttringhausen.
Es wird aber auch deutliche Preissenkungen geben: Zum Beispiel für die wichtigen Verbindungen von Wuppertal-Barmen nach Düsseldorf und von Wuppertal-Elberfeld nach Hagen werden künftig statt 19,80 Euro (Preisstufe C) nur noch 7,80 Euro (Preisstufe B) fällig. Das liegt daran, dass die bisherigen Tarifgebiete Wuppertal-West und Wuppertal-Ost zusammengelegt werden.
Der VRS krempelt seinen Tarif zum 1. Juni komplett um: Statt bis zu neun Preisstufen gibt es künftig nur noch maximal fünf. Davon sind für das Bergische Städtedreieck nur vier von Bedeutung. Unverändert bleibt zunächst nur die Kurzstrecke für Fahrten bis zu vier Haltestellen, in Solingen, Remscheid und Wuppertal gilt das aber nur für wenige Verbindungen über die Stadtgrenze hinaus ins VRS-Gebiet!
Die künftige Preisstufe 2 gilt in der Regel für Fahrten bis in die übernächste Stadt, sie ersetzt die bisherigen Preisstufen 2a, 2b und 3 und kostet für die Einzelfahrt 5,50 Euro. Von Wuppertal-Beyenburg nach Radevormwald wird es also teurer (bisher 3,90 Euro), von ganz Wuppertal nach Hückeswagen, Wermelskirchen und Leichlingen günstiger (bisher 6,80 Euro). Günstiger wird es auch von Wuppertal nach Köln: Statt 14,80 Euro werden künftig 13,90 Euro fällig.
Was die Verbünde zu ihren Tarifreformen treibt, bleibt unklar. Zweck scheint auf jeden Fall, die Fahrgäste in den Handy-Tarif eezy.nrw zu drängen. Dieses Vorzeigeprojekt wird bisher trotz oft deutlich günstigerer Fahrpreise wegen diverser Probleme schlecht angenommen, und die enormen Entwicklungskosten sollen sich halt rentieren.
Hohe Fahrpreise für ,normale‘ Tickets lassen sich aber häufig auch trickreich umgehen, indem man zum Beispiel eine Verbindung in zwei Fahrten aufteilt. Beispiel: Von Wuppertal nach Oberhausen gilt Preisstufe C (19,80 Euro). Von Wuppertal nach Düsseldorf und von Düsseldorf nach Oberhausen jeweils Preisstufe B (7,80 Euro). Ersparnis 4,20 Euro, und in Düsseldorf muss man ohnehin umsteigen.“