Bergische Wirtschaft OB Scherff stellte in der IHK den „Wuppertal-Plan“ vor

Wuppertal · Wuppertals Oberbürgermeisterin Miriam Scherff war beim IHK-Bezirksausschuss Wuppertal zu Gast. Im Plenarsaal der Bergischen IHK erklärte sie den „Wuppertal-Plan“ und diskutierte mit mehr als 40 Vertreterinnen und Vertretern der lokalen Wirtschaft.

Miriam Scherff stellte den „Wuppertal-Plan“ vor und diskutierte mit mehr als 40 Unternehmerinnen und Unternehmern.

Foto: Bergische IHK/Malte Reiter

Dr. Andreas Groß (Berger Gruppe) leitete die Sitzung als IHK-Vizepräsident, bei der auch IHK-Präsident Henner Pasch zu Gast war. Scherff unterstrich die Relevanz der Wirtschaft für die Stadt: „Wir müssen Wirtschaft und Soziales zusammendenken, auch, weil beide Seiten häufig gleiche Interessen haben – etwa, was den Ausbau von Kita-Plätzen angeht.“ Wirtschaftsvertreter sollen daher an der Entwicklung des „Wuppertal-Plans“ beteiligt werden. Der soll ein Leitbild für die Stadt werden, das die Entwicklungsziele für die nächsten 15 Jahre definiert.

Die Unternehmerinnen und Unternehmer reagierten laut IHK positiv auf Scherff und den „Wuppertal-Plan“ – allerdings gab es auch kritische Stimmen. Henner Pasch betonte etwa, dass es dringende Probleme gebe, die schnell gelöst werden müssten. Angesprochen wurden etwa Probleme bei der Ausländerbehörde, im Einwohnermeldeamt oder beim Straßenverkehrsamt.

Miriam Scherff (3.v.li.) war zu Gast im IHK-Bezirksausschuss Wuppertal mit (v.l.) IHK-Vizepräsident Peter Krämer, IHK-Vizepräsident Dr. Andreas Groß, IHK-Hauptgeschäftsführer Michael Wenge, IHK-Vizepräsidentin Katrin Becker, IHK-Präsident Henner Pasch und IHK-Geschäftsführer Thomas Wängler.

Foto: Bergische IHK/Malte Reiter

Scherff erklärte, dass es vor allem am fehlenden Personal oder – bei Neueinstellungen – an längeren Einarbeitungsphasen liege. Zur Verbesserung der Situation gebe es Sofortmaßnahmen wie Weiterbeschäftigung von Ruheständlern, Einsatz eines Springer-Teams für Belastungsspitzen und Digitalisierungsprojekte. „Bei der Ausländerbehörde startet außerdem kurzfristig eine externe Organisationsuntersuchung durch die Kommunale Gemeinschaftsstelle für Verwaltungsmanagement (KGSt)“, betonte Scherff.

Mehrere Ausschussmitglieder machten deutlich, dass die Arbeit des Ausländeramts für viele Unternehmen sehr wichtig sei, die Fachkräfte aus dem Ausland beschäftigen. Es sei nicht akzeptabel, dass Fachkräfte Wuppertal wieder verlassen, weil die Behörde nicht in der Lage sei, fristgerecht Bescheinigungen zu prüfen oder auszustellen.

Auch Sicherheit und Sauberkeit sind vielen Unternehmerinnen und Unternehmern wichtig. Gerade am Hauptbahnhof und am Bahnhof Vohwinkel haben diese das Gefühl, dass es Probleme mit Sauberkeit und eine wachsende Drogenszene gibt. Scherff berichtete von einer Taskforce Stadtsauberkeit, die drei Monate hochfrequentierte Plätze zusätzlich reinige. Das soll nach einer Testphase ausgeweitet werden.

Scherff hat zudem angesprochen, dass die Stadt weiter an neuen Gewerbeflächen arbeite - für die spätere Nutzung der fünf definierten Potentialflächen seien jetzt Genehmigungen und Änderungen im Regionalplan durch die Bezirksregierung notwendig. Was Kritik am Stand der Digitalisierung angehe, erklärte Scherff, dass die Stadt Wuppertal da keine Probleme habe – das werde auch im Regionalradar der IHK deutlich. So sollen etwa Antragsverfahren in der Bauverwaltung in diesem Jahr in einen Digitalisierungsprozess überführt werden. Wenn Entscheidungen bei Baurechtsfragen teilweise lange bräuchten, dann liege das nicht alles in Händen der Stadtverwaltung, sondern teils auch beim Amtsgericht – unter Leitung des Justizministeriums NRW.

Dr. Groß unterstrich, dass der kritische Dialog immer respektvoll gemeint sei und die Wirtschaft sich gerne als Partner der Stadt anbiete: „Wir leben alle hier und wollen, dass es hier besser wird.“