Geist(er)voller Abschied

Nach 30 Jahren hieß es für den Unterbarmer Laienspiel-Kreis "Ulk" Abschied nehmen vom Hesselnberg. Bei insgesamt 29 Aufführungen erlebten mehr als 20.000 Besucher heitere, amüsante, frivole und spannende Abende im Saal des Gemeindehauses, das die evangelische Gemeinde Unterbarmen an einen Wuppertaler Bau-Investor verkauft hat.

Ist das das Ende der Kultur auf dem Hesselnberg? Die Antwort auf diverse Fragen ließ Christine Burmeister, Gründerin und Managerin der 40 Personen starken "Ulk"-Gruppe, offen: "Erst nach der letzten Vorstellung werden wir uns mit dem Thema beschäftigen."

Auf dem Hesselnberg, wo auch ein Teil der Schauspieler beheimatet ist, verabschiedete sich die Theatergruppe mit "Der Geist im Rathaus", einer Komödie von Hans Schimmel. Christine Burmeister verwies indirekt darauf, dass der Autor nicht am Johannes-Rau-Platz hospitiert habe ...

Das tolle Bühnenbild mit Schwebebahn und Wupper deutete aber an, dass sich einiges auch im Tal abgespielt haben könnte.

Und worum geht's in der Geschichte? Nach Neuwahlen herrscht mit einer attraktiven Bürgermeisterin (Sieglinde Haselbusch) eine neue Politik-Kultur auf den Rathausfluren und in den Amtsstuben. Nach Eingemeindungen (auch Hückeswagen) soll sogar das Rathaus verscherbelt werden. Ein zwielichtiger Unternehmensberater (Norbert Behr) hat schon ein Outlet-Center und einen Swinger-Club projektiert. Aber der Baulöwe hat die Rechnung ohne das Rathaus-Gespenst gemacht: Das ist ein ehemaliger Beamter (Werner Lindenbeck), der nach seinem Ableben als Geist ins Rathaus zurückgekehrt ist und seinen Nachfolger (Jörg Klinkhammer) und dessen Kollegin (Annegret Vogelsang) über die Machenschaften des "Rathaus-Klüngels" aufklärt. Dabei spielte sich die Putzfrau (Petra Adolphs) mit bestem Barmer Platt in die Herzen der Besucher. Das größte Kompliment bekam die zweifache Mutter von ihrem Mann: "Meine Frau ist Weltklasse, jetzt wird bei uns zu Hause auch schon Barmer Platt gesprochen ..."

Auch wenn der Autor fast jedes negative Klischee über Beamte und Kommunalpolitiker in die Komödie eingebaut hat, die Geschichte hat ein positives Ende. Und das erhoffen sich die vielen Freunde auch für "Ulk" — denn jetzt beginnt die Suche nach einem neuen Veranstaltungsort ...

(Rundschau Verlagsgesellschaft)