Bürgerladen rückt näher

Neue Perspektiven für die Nahversorgung im Bereich Eckbusch: Breite Unterstützung für die Eigeninitiative der Anwohner.

Mit der Schließung des REWE-Marktes an der Nevigeser Straße war in Sachen Lebensmittel-Nahversorgung vor Jahren am Eckbusch endgültig Schluss. Hart getroffen hat das vor allem ältere und weniger mobile Bewohner (die Rundschau berichtete). Aktuell allerdings gibt es neue Hoffnung: Verantwortlich dafür ist die Initiative "Bürgerladen Katernberg", die seit etwa zwei Jahren ambitioniert einen Ausweg aus der Misere sucht.


Aus der Initiative ist zwischenzeitlich der eingetragene Verein "Bürgerladen Katernberg" mit Elisabeth Ahlrichs als Vorsitzender sowie Hanno Zimmerle und Inga Thiem als Stellvertreter geworden. Was die Aktiven bisher erreicht haben, darüber informierten sie jetzt in der mit weit über Hundert interessierten Gästen gut gefüllten Gaststätte "Fuchspark" am Westfalenweg.
Ihr Ausgangspunkt: Laut einer wissenschaftlichen Studie ist die Kaufkraft im Stadtteil überdurchschnittlich. "Vor diesem Hintergrund haben wir bei den großen Discountern wie Aldi, Lidl und Netto nachgefragt, doch die haben alle abgewunken", berichtet die Vorsitzende. Daraufhin holte sich der Verein das "Dorv-Zentrum" aus Jülich, spezialisiert auf das Ausloten von Angebotsmöglichkeiten in Quartieren ohne Nahversorger, ins Boot. Mit viel versprechendem Ergebnis.


"Deren Analyse hat ergeben, dass eine Kombination von Lebensmitteln und Dienstleistungen unter einem Dach am Eckbusch gute Chancen hätte", so Ahlrichs. Konkret könnte das bedeuten, neben einem Vollsortiment an Lebensmitteln mit Bäckerei und Metzgerladen auch einen Geldautomaten, eine Postfiliale, einen lokalen Kurierdienst und ein Café als Treffpunkt zu installieren. Mit diesem Mix könnten nicht nur wirtschaftliche, sondern auch soziale Bedürfnisse der Bewohner so abgedeckt werden, dass der Betrieb sich rechnet.


Genau das will der der "Bürgerladen Katernberg" jetzt in Eigenregie umsetzen. Gespräche mit Eigentümern geeigneter Ladenlokale laufen, Handwerker und Fachkräfte aus unterschiedlichen Bereichen haben ehrenamtliche Unterstützung — auch zum Betrieb eines Cafés — zugesichert, eine Metzgerei und eine Bäckerei aus dem Tal ihre Zusammenarbeit.
Was jetzt noch fehlt, ist das nötige Kapital. Das soll durch weitere Vereinsmitglieder und durch Spenden rekrutiert werden und könnte sich später, so das Vorhaben wie geplant als Genossenschaft realisiert wird, für die eingetragenen Unterstützer durch Anteile und Mitspracherecht auszahlen. Die Nachfrage nach Aufnahmeanträgen zum Ende der Veranstaltung war groß, was dafür spricht, dass der "Dorfladen" von Bürgern für Bürger auf gutem Kurs ist. Zumal es auch Unterstützung von anderer Seite gibt. Andreas Mucke, Geschäftsführer des Büros für Quartierentwicklung, Bezirksbürgermeisterin Gabriela Ebert (SPD) sowie die Stadtverordnete und stellvertretende Bürgermeisterin Maria Schürmann (CDU) haben zugesagt, das Projekt im Rahmen ihrer Möglichkeiten fördernd zu begleiten.
Entsprechend blickt Elisabeth Ahlrichs optimistisch in die Zukunft: "Im vierten Quartal des Jahres füllen wir die Regale."

Mehr zu Zielen und Inhalten der Arbeit des Vereins steht auf der Homepage www.buergerladen-katernberg.de