Die tote Frau im Teppich...

... ist nur eine von vielen Episoden im Berufsleben von Peter Wendler. Jetzt hat sich der langjährige Leiter der Polizeiwache Uellendahl in den Ruhestand verabschiedet.

Er ist am Uellendahl aufgewachsenen und war seit 2005 Leiter der Polizeiwache in seinem Heimatquartier. "Obwohl viele Kollegen nicht in ihrem Wohnumfeld arbeiten wollen, fand ich es klasse, ab da ständig ein Heimspiel zu haben", blickt Polizeihauptkommissar Peter Wendler auf die letzte Station seiner langen Polizeikarriere zurück. Seit 1. Januar ist er mit knapp 60 Jahren in Pension — und kann zufrieden auf die Zeit in "seinem" Revier zurückblicken.

Wendler kennt seine Uellendahler, kennt die leichten und schweren Jungs, die im Stadtteil ihr Unwesen treiben, kennt vor allem aber auch eine Maxime: Den Mensch hinter der Tat zu sehen. "So wie jeder mal Mist bauen kann, hat jeder eine zweite Chance verdient. Entsprechend habe ich hin und wieder dort ein Auge zugedrückt, wo die Staatsgewalt am Zuge war." Öfters ausgenutzt hat er diesen Spielraum, wenn aufgrund ausstehender Zahlungen ein Haftbefehl vollstreckt werden sollte. Wobei er nur einmal enttäuscht wurde: "Um einem Mann einige Tage im Knast zu ersparen, habe ich ihm 35 Euro vorgestreckt. Und ihn nie wieder gesehen..."

Mehr Freude bereitete ihm die präventive Arbeit in Kindergärten oder die positive Entwicklung in der Gustav-Heinemann-Siedlung. "Bevor die Diakonie dort mit der Gemeinwesenarbeit angefangen hat, habe ich als Polizist dort kaum einen Fuß in die Tür bekommen. Nachdem Christian LooftKaufmann und sein Team im Bewohnertreff 'Oase' ihre Arbeit aufgenommen haben, wurde das anders. Heute freuen sich die Bewohner, wenn einer von den Bezirksbeamten dort mal nach dem Rechten schaut."


In Erinnerung geblieben ist Peter Wendler natürlich auch sein kuriosester Fall: Der Lehrer vom Dönberg, der monatelang seine tote Frau im Teppich neben dem Sofa aufbewahrte und als Begründung sagte: "Ich habe sie so sehr geliebt, dass ich sie nicht hergeben wollte."


Wenn der Sammler alter Fotoapparate und Überraschungs-Eier nicht gerade von seinen drei Enkeln beansprucht wird, kann er sich jetzt einem weiteren Hobby widmen: Gemeinsam mit seiner Gattin Deutschland im Wohnmobil erobern. Und seinem Stadtteil, in dem er gesellschaftlich engagiert und bestens vernetzt ist, bleibt Peter Wendler natürlich eng verbunden. Sehr zur Freude vieler Uellendahler...