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Harte Kerle, harte Zeiten, viele Bilder

Harte Kerle, harte Zeiten, viele Bilder

Bernward Reinke dokumentiert in seinem Buch „Uellendahl“ die Geschichte des Stadtteils. Eine Zeitreise von 1700 bis heute.

Als 1912 die Schienen der Straßenbahn nach Dönberg erweitert wurden, gefiel das nicht allen Uellendahlern. „Sonn Blödsinn – woröm nit nom Hatzfeld, wi wören stracks in Barmen ohne den Ömweg över Elberfeld. Wat gonnt us die Dönberger aan?“, kommentierte der Vater des 2009 gestorbenen Gastwirts Wilhelm Söhn diesen Zuwachs am Mobilität. Nachzulesen ist das im jetzt erschienen Buch von Bernward Reineke mit dem Titel „Uellendahl“.

Das - und noch vieles mehr: Reineke schlägt eine Brücke von 1700 bis in die jüngere Gegenwart mit Schwerpunkt auf den 1950er Jahren, berichtet von Zeiten, wo die Kohlentreiber als rüde wie pfiffige Kerle galten, und der Beruf des Vogelfängers dem Zeitgeist der Kleinunternehmer geschuldet war.

Mit zahlreichen Anekdoten und vielen Originalaufnahmen schildert Reineke, mal humorvoll, mal bitter ernst, immer aber unterhaltsam, wie sich aus dem einst landwirtschaftlich geprägten Gebiet über die Epoche der Industrialisierung hinweg das Uellendahl entwickelt hat. Er berichtet von harten Kerlen, harten Zeiten und viel Mitmenschlichkeit, vom Lauf des Lebens im Einklang mit und geprägt von der Natur. Vor allem aber informiert das Werk darüber, wie das Fundament gewachsen ist, auf dem der Stadtteil jetzt steht. Wobei der Rückblick nicht nur nostalgische Gefühle weckt: So, wenn davon die Rede ist, als der Bach Mirke die „Toilettenspülung“ im Quartier war.

Und dass beim Lesen des Buches trotzdem mancher „die Gnade der späten Geburt“ in Frage stellen wird, ist nicht auszuschließen...

(Rundschau Verlagsgesellschaft)