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Wuppertaler Jusos fordern Umbenennung der Mohrenstraße

Rassismus-Debatte : Jusos fordern Umbenennung der Mohrenstraße

Die Wuppertaler Jusos plädieren dafür, dass die Mohrenstraße in Heckinghausen umbenannt wird. Die Nachwuchsorganisation der SPD fordert eine „aktive Auseinandersetzung mit dem Kolonialerbe der Stadt“.

„Seit Jahrhunderten wird unser Stadtbild durch die Benennung von Straßen und das Aufstellen von Denkmälern geprägt. Während die meisten Straßennamen, die in Verbindung mit dem Nationalsozialismus standen, aus dem Stadtbild verschwunden sind, erinnern viele Straßennamen noch an die deutsche Kolonialgeschichte. Auch in Wuppertal“, so die Jusos. Spätestens durch die „Black Lives Matter“-Bewegung rücke die Auseinandersetzung mit der Kolonialgeschichte in den Fokus vieler Kommunen. In Berlin wird die U-Bahn-Stadion Mohrenstraße umbenannt. „Auch unsere Stadt sollte sich deshalb überlegen, welche Handlungsmöglichkeiten sie hat, um dieses Erbe stärker in das Bewusstsein der Menschen zu rücken und eine Auseinandersetzung zu ermöglichen. Hierzu zählen unter anderem die Mohrenstraße in Heckinghausen, deren Umbenennung längst fällig ist.“

Auch Orte wie der Wuppertaler Zoo, wo so genannte Völkerschauen zum Ende des 19. Jahrhunderts stattgefunden haben, sollten nach Meinung der Jusos in den Blick genommen werden. „Eine geschichtskulturelle Auseinandersetzung ist für ein gesellschaftliches Miteinander unglaublich wichtig. Viele Bürgerinnen und Bürger wissen gar nicht, welche Verantwortung auch Wuppertal trägt.“, so Yannik Düringer, Vorsitzender der Wuppertaler Jusos und Ratskandidat in Heckinghausen-West. Zu einer kritischen Auseinandersetzung gehöre allerdings, dass Denkmäler nicht einfach entfernt würden, sondern eine aktive Diskussion und die historische Bedeutung sichtbar gemacht werde: „Vor allem an diesem Ort in Wuppertal, wo gerade mit der Umgestaltung des Gaskessels so viel neues geschieht, müssen wir es uns leisten können, auch die Vergangenheit in den Blick zu nehmen. Hier werden rassistische Begriffe in das Stadtbild integriert und sollten deshalb als diverse und rassismuskritische Stadt abgelehnt werden.“