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Zum Tode von Erich „Sonny“ Haase (Wuppertaler SV)

Fußball : Zum Tode von Erich „Sonny“ Haase (WSV)

Er war der Kapitän der Mannschaft des Wuppertaler SV bei einem der größten Erfolge der Vereinsgeschichte. Erich „Sonny“ Haase führte an einem nebligen Mittwochabend des 7. August 1963 das Team des WSV auf den Rasen in dem mit 38.000 Zuschauern ausverkauften Stadion am Zoo – im DFB-Halbfinale gegen den Hamburger SV, der in Bestbesetzung mit den Brüdern Dieter und Uwe Seeler und den Nationalspielern Willi Giesemann und Charly Dörfel antrat.

Nach einem unglücklichen Rückpass von Manni Paschke auf WSV-Torwart Helmut Domagalla schoss Fritz Boyens in der 38. Minute das einzige Tor. Es brachte den HSV ins Finale nach Hannover gegen Borussia Dortmund und zu einem 3:0-Sieg durch drei Tore von Uwe Seeler.

Zwölf Jahre lang hat Sonny Haase das Trikot des WSV getragen – heute eine unvorstellbar lange Zeit. Am 20. Juni 1932 In Nordhausen im Südharz geboren, absolvierte er für Turbine Halle 77 Liga-Spiele mit 19 Toren. 1952 errang er die Meisterschaft der DDR-Oberliga und wurde ein Mal in die B-Nationalmannschaft der ehemaligen DDR berufen. Von 1955 bis 1957 bestritt er auch für die Bundesrepublik drei B-Länderspiele, zwei (gegen die Schweiz und die Niederlande) schon für den WSV.

Über den kriselnden SV Werder Bremen kam Haase erstmals 1953 ins Tal, damals noch zum SSV 1904 Elberfeld, einem der Vorgängervereine des WSV. Es ging aber noch einmal zurück an die Weser. 1956 kam er endgültig nach Wuppertal, der WSV mit Trainer Raymond Schwab war schon gegründet. Als pfeilschneller Linksaußen und später in der Abwehr war Haase in der Oberliga West, in der 2. Liga West und auch in der Regionalliga West eine verlässliche Größe. 1968 beendete er seine Laufbahn, trainierte die WSV-Amateure und führte Spieler wie Willi Rettig, Erich Miß und Detlef Webers an die erste Mannschaft heran. Als der WSV das DFB-Halbfinale erreichte, hieß der WSV-Trainer Robert „Zapf“ Gebhardt, beim HSV trug der heute 94-jährige Martin Wilke die Verantwortung. Für die Nostalgiker die WSV-Aufstellung von damals: Helmut Domagalla, Manfred Paschke, Rolf Müller, Vitus Sauer, Erich Haase, Werner Tönges, Horst Arnrich, Manfred Reichert, Günter Augustat, Emil Meisen und Günter Nauheimer.

Ein später Höhepunkt seiner Laufbahn war die Einladung zum „Club der Nationalspieler“ – verbunden mit einem Wiedersehen mit Uwe Seeler. Beruflich war Erich Haase bei der Stadtsparkasse tätig, den WSV verfolgte er bis zuletzt mit großem Interesse.

Am 20. November 2020 ist Erich Haase nur wenige Tage nach seiner Ehefrau Lilo im Alter von 88 Jahren verstorben.