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Handball-Bundesligist Bergischer HC verliert gegen Berlin 29:31

Handball-Bundesliga: 29:31 (17:16) gegen Berlin : BHC: Der „Fluch des ISS Dome“ geht weiter

Auch der neunte Anlauf des Handball-Bundesligisten Bergischer HC, im Düsseldorfer ISS Dome den ersten Heimsieg zu feiern, ist misslungen. Das Team von Trainer Sebastian Hinze unterlag am Samstagabend (21. November 2020) gegen die Füchse Berlin mit 29:31 (17:16).

Der BHC musste wieder auf Linus Arnesson verzichten, den muskuläre Probleme plagten. Die erste Halbzeit verlief absolut ausgeglichen, kein Team zog mehr als zwei Tore davon. Der Grund: Die Bergischen waren zwar insgesamt das bessere Team inklusive einer starken schnellen Mitte. Sie verpassten aber eine höhe Führung, weil sie mehrfach an Füchse-Torwart Dejan Milosavljev scheiterten und sie zugleich Berlins 39 Jahre alten Routinier Hans Lindberg nicht stoppen konnten. Logische Konsequenz: Der BHC führte zur Pause nur knapp.

Nach dem Wechsel zogen die Gäste aus der Landeshauptstadt, die wegen der Quarantäne kein geordnetes Mannschaftstraining absolvieren konnten, zunächst auf 21:18 davon (40.). Auch deshalb, weil dem BHC in den ersten zehn Minuten nur ein Treffer gelang, den Gästen dagegen fünf. Hinze nahm daraufhin eine Auszeit. Es war dennoch, wie sich später zeigte, eine vorentscheidende Phase. Der BHC blieb immer nah dran, konnte aber nicht mehr ausgleichen. Die Chance war allerdings da: Nach dem 26:27 durch Maciej Majdzinski kam das Team um Kapitän Fabian Gutbrod erneut in Ballbesitz; Torwart Christopher Rudeck misslang aber ein Pass (56.).

Es wurde noch spannender: Nach dem 28:29 von Arnor Gunnarsson unterlief Berlin ein Zeitspiel. Doch diesmal scheiterte der Isländer an Torwart und Pfosten (58.). Gunnarsson brachte den BHC zwar 30 Sekunden vor dem Ende auf 29:30 heran, doch drei Sekunden vor der Schlusssirene netzte Tim Freihöfer zum Gästesieg ein. Zum achten Mal verließ der BHC den ISS Dome als Verlierer. Es bleibt in der Landeshauptstadt weiter bei nur einem Punktgewinn (26:26 gegen Berlin im März 2020). Beste Werfer waren Max Darj und David Schmidt mit jeweils zehn Toren. Für Berlin war Hans Lindberg zehn Mal erfolgreich, darunter sechs Mal per Siebenmeter.

Jaron Siewert (Füchse-Trainer): „In der ersten Halbzeit haben wir riesige Probleme mit Tempospiel des BHC, vorne finden wir immer Lösungen, aber was wir in der Abwehr geleistet haben, war zu wenig. Auch ohne Training. In der zweiten Halbzeit war die Abwehr besser und die Torhüterleistung auch. Am Ende war es dann vielleicht auch das Glück, das wir uns über das Spiel hinweg etwas mehr erarbeitet haben. Wenn ich an die Umstände diese Woche denke, bin ich aber jetzt einfach glücklich über den Sieg."

Sebastian Hinze (BHC-Trainer): „Wir hatten in der ersten Halbzeit viele gute Rückraumabschlüsse, aber in der Abwehr gegen die starken Eins-gegen-Eins-Spieler Probleme. In der zweiten Hälfte hatten war anfangs nicht mehr die Bewegung und die Power vorne, die wir wollten. Und am Ende sind wir mit dem Stress nicht gut umgegangen, als wir den Turnaround hätten schaffen können. Wir müssen uns also wieder an die eigene Nase fassen und überlegen, was wir besser machen können."

Jörg Föste (BHC-Geschäftsführer): „Wir müssen selbstkritisch die Dinge bei uns suchen, die dazu geführt haben, dass es nicht gelangt hat. Wir haben es gegen den bärenstarken Rückraum der Berliner nicht geschafft, die Reihen enger geschlossen zu haben. Wir haben es zu breit verteidigt, das hat zu ungewöhnlich vielen Gegentoren geführt. Außerdem haben wir ein weiteres Mal den Weg aus der Kabine aufs Spielfeld nicht so richtig gefunden nach dem Wiederanpfiff. Dann läuft man einem Rückstand hinterher, so dass es gegen einen solchen Gegner schwer wird. Dazu kommen Konzentrationsschwächen im Angriff. Hinzu kommen auch andere Dinge, die nicht unbedingt mit uns zu tun hatten."

In der Tabelle rutschte der BHC mit nun 7:9 Punkten vorerst auf den 13. Tabellenplatz ab. Wieder gefordert ist das Team am kommenden Donnerstag (26. November), wenn die Auswärtspartie bei MT Melsungen auf dem Spielplan steht (19 Uhr, Rothenbach-Halle). Das nächste Heimspiel steigt am 3. Dezember ab 19 Uhr in der Klingenhalle gegen den HSC 2000 Coburg.

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