WSV-Chef Eichner: „Saison momentan nicht gesichert“

Insolvenz weiter möglich - Ticketaktion gegen BVB II : WSV-Chef Eichner: „Saison momentan nicht gesichert“

Sportlich hat der Fußball-Regionalligist Wuppertaler SV das Ticket für die Regionalliga-Spielzeit 2019/20 so gut wie in der Tasche. Finanziell schrillen aber weiter die Alarmglocken. Auf Anfrage der Wuppertaler Rundschau bestätigte Vorstandssprecher Alexander Eichner am Ostermontag (21. April 2019), dass die Insolvenzgefahr weiterhin nicht gebannt ist.

„Wir retten uns von Woche zu Woche über die Runden. Um es klar zu sagen: Die Saison ist momentan nicht gesichert“, skizziert Eichner die Lage. Jeden Tag gelte es finanzielle Probleme zu meistern. Ein Grund sei, dass es bei Sponsoren Außenstände von rund 35.000 Euro gebe. Die Rechnungen wurden demnach am 1. April verschickt. „Es würde sehr helfen, wenn das Geld schnell hereinkommt“, so der Unternehmer. Außerdem sei es wichtig, dass die Bürgschaften verlängert würden: „Dann haben wir gute Karten über die Saison hinaus.“

Im Falle einer Insolvenz während der laufenden Saison droht dagegen ein Abzug von neun Punkten. Dadurch würde der WSV mit dann nur noch 32 Punkten auf den ersten Abstiegsplatz hinter der SV Straelen rutschen. Den Gang in die Oberliga, die der Verein für nicht finanzierbar hält, gelte es unbedingt zu verhindern. „Momentan hat die Frage, welche Strukturen für die Zukunft geschaffen werden, nicht die Priorität 1“, stellt Eichner klar.

Ohnehin treffe der Begriff „Ausgliederung“ den Kern nicht richtig, eine „zeitlich begrenzte Partnerschaft“ sei eher zutreffend. „Der WSV bleibt auf jeden Fall ein e.V., wir müssen nur an einigen Stellschrauben drehen.“ Es sei immer möglich, für den Verein wesentliche Punkte aus wie auch immer gearteten Vereinbarungen zu nehmen. „Allerdings sind wir nicht Bayern München, wo die Geldgeber Schlange stehen. Wir haben rund 1,4 Millionen Euro Schulden.“ Noch vor der außerordentlichen Mitgliederversammlung werde man auf einer Infoveranstaltung über die Pläne ausführlich informieren.

Der Einzug ins Niederrheinpokal-Finale helfe zwar, „das alleine würde uns aber nicht über den Berg bringen“, so Eichner. Anders sähe es aus, wenn der Einzug in den DFB-Pokal gelänge und eine garantierte Einnahme von 140.000 Euro winke – plus die Hoffnung, auf einen attraktiven Bundesligisten zu treffen. Zunächst aber gilt es eine Insolvenz abzuwenden. Planungen für die kommende Saison sind nicht möglich. Maximal mit einem „Schmalspur-Etats“, dessen Höhe Eichner inzwischen nur noch auf 300.000 Euro beziffert.

Um Geld in die Kasse zu bekommen, hat der WSV für das Nachholspiel gegen Borussia Dortmund II am Mittwoch (24. April) im Stadion am Zoo eine Ticketaktion gestartet: Wer eine Dauer- oder Karte aus dem Vorverkauf an der Kasse vorlegt oder dort eine normale kauft, erhält für weitere 2,50 Euro eine zusätzliche Stehplatz- und für fünf Euro eine weitere Sitzplatzkarte. „Freiwillig gezahlte höhere Beträge sind herzlich willkommen. Diese Aktion gilt nur für WSV-Fans der Gegengerade, Horst-Szymaniak- und Haupttribüne“, so Eichner und Finanzvorstand Melanie Drees.

Mehr von Wuppertaler Rundschau