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Rundschau-Analyse zu den Turbulenzen beim Wuppertaler SV

Fußball-Regionalliga : Der WSV vor der letzten Ausfahrt

Jeden Tag öffnet der Fußball-Regionalligist Wuppertaler SV auf seiner Homepage ein Türchen seines Adventskalenders. Am Donnerstag (7. Dezember 2023) hatte der Verein noch vier weitere Überraschungen parat – drei Suspendierungen und einen Kapitänswechsel. Eine Analyse.

Wobei der Schritt so überraschend dann auch nicht mehr kam. Hatte doch der Sportliche Leiter Gaetano Manno nach dem 3:4 gegen Aachen auf die Rundschau-Frage, ob Spieler den Verein in der Winterpause verlassen werden, erstmals ausdrücklich über möglicherweise unzufriedene Akteure gesprochen und auch davon, dass man nur mit denjenigen zusammenarbeiten werde, die komplett hinter dem Weg des Vereins stünden.

Die Situation erinnert ein wenig an die des FC Bayern in der Saison 2022/23. Der Kader war zwar zweifelsohne gut, die Leistungen aber waren schwach. Dass es am Ende doch zum Meistertitel reichte, lag am Nervenflattern der (ebenfalls nicht konstanten) Dortmunder, die am letzten Spieltag patzten. Wobei beide Teams in der Endabrechnung auf jeweils nur äußerst mäßige 71 Punkte kamen.

Zurück zum WSV: Seit Wochen hielten sich die Gerüchte, dass es im Gefüge nicht komplett stimme. Mal hieß es, die Mannschaft sei gegen Trainer Hüzeyfe Dogan, dann, es gebe „Stinkstiefel“ im Kader. Bewiesen ist davon nichts. Die (bei sportlichem Misserfolg in dem Geschäft obligatorische) Trennung von Dogan brachte punktemäßig wenig. In Überzahl das 3:4 gegen Aachen zu kassieren nach 0:3 und 3:3 war letztlich ein Spiegelbild der Saison.

  • Serhat-Semih Güler im Testspiel gegen den
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  • Tobias Peitz im Heimspiel gegen Lippstadt.
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  • Szene mit Bastian Müller (Nr. 23).
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In der der WSV (die Rundschau analysierte mehrfach) definitiv zu viele Gegentreffer (30) kassiert hat. Gleich elf Mannschaften weisen einen besseren Wert auf. Die 34 selbst erzielten Treffer sind (zusammen mit Fortuna Köln und Düren) die meisten in der Regionalliga West. Natürlich kam in manchen Situationen Pech hinzu, insgesamt waren die Aussetzer aber eben die Regel und damit kein Zufall.

Dass mehrfach Interna nach außen drangen, war – was den Zusammenhalt innerhalb des Kaders betrifft – ebenfalls kein gutes Zeichen. Nun will es der WSV mit einem kleineren, kompakten Aufgebot versuchen, das alles gibt. Und ohne Kevin Pytlik (zwei rote Karten) als Kapitän, für den die Binde letztlich doch eher eine Belastung gewesen zu sein schien.

Nur ein Sieg in Gladbach würde dem WSV noch (zumindest kleine) Hoffnung lassen und für eine halbwegs ruhige Winterpause sorgen. Dafür werde man kämpfen, kündigte Trainer Christian Britscho an, auch 96 Minuten. Andernfalls stehen die Zeichen auf Neuaufbau. Mit vielen weiteren personellen Konsequenzen.