Mit dem Weltmeister in der Schule

Mit dem Weltmeister in der Schule

Patrick Scholz ist Spielertrainer bei den Sportfreunden Wuppertal in der Kreisliga B. Das Fußball-Multitalent kann Torwart und Stürmer spielen — und war früher Klassenkamerad von Jerôme Boateng.

Vor vier Jahren zog Patrick Scholz von Berlin nach Wuppertal — der Liebe wegen: Auf einer Familienfeier hat es zwischen dem sportlichen 26-Jährigen und einer Wuppertalerin "gefunkt". Die Hochzeit ist schon geplant. War der Umzug von Berlin-Tempelhof nach Nächstebreck kein Kulturschock ? Der Spielertrainer des B-Kreisligisten Sportfreunde Wuppertal antwortet so spontan, wie er im Spiel die Tore schießt: "Ich fühle mich in Wuppertal sehr wohl."

Die familiären Kontakte in die Berliner Heimat hat Patrick Scholz nicht abreißen lassen. Allerdings hat er mit zwei bekannten Klassenkameraden aus Jugendtagen seit zwei Jahren keinen persönlichen Kontakt, weil deren Terminkalender sehr eingeschränkt ist: Weltmeister Jerôme Boateng (Bayern München) und Änis Ben-Hatira (Hertha BSC). Der Fußball führte den Neu-Wuppertaler mit den Bundesliga-Stars zusammen.

"Mit den beiden war ich in einer Klasse. Unsere Schule war eine Sportförderschule, ich spielte als Torwart des Lichterfelder FC in der B-Fördergruppe der Berliner Fußballtalente, Jerôme und Änis in der Jugend von Hertha BSC." Als Torwart verfügt Patrick Scholz mit 1,93 Metern und 100 Kilo nahezu über Idealmaße. Den ganz großen Sprung hat der Spielertrainer der auf Mallack beheimateten Sportfreunde allerdings nicht geschafft — vielleicht wegen seiner sportlichen Ambivalenz: Auf Mallack spielt Patrick Scholz nämlich heute Mittelstürmer — das sehr erfolgreich mit 25 bis 30 Toren pro Saison.

Bei der Wuppertaler Hallen-Stadtmeisterschaft demonstrierte der Riese seine ganze Vielseitigkeit: Zum 3:1-Sieg über den zwei Klassen höher spielenden FSV Vohwinkel steuerte er alle drei Tore bei. Im Spiel gegen den Turniersieger WSV, das 0:3 verloren ging, stand er dann aber im Tor und bewahrte sein Team mit tollen Paraden vor einer höheren Niederlage.

Die sportliche Zukunft plant Patrick Scholz weiter auf Mallack: "Wir haben eine ganz tolle Truppe, da kann man noch was aufbauen." Die Spieler nennen ihren torgefährlichen Trainer nur "Icke". Eine großspurige "Berliner Schnauze" ist dem Fußballer aber nicht zu eigen, er blickt mit Augenmaß nach vorne: "Unser Vorstand plant für den Herbert-Maurer-Platz auf Mallack einen Naturrasen. Das gibt uns neue sportliche Perspektiven."

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