Fußball-Liveticker: WSV - 1. FC Monheim

Fußball-Niederrheinpokal: Mittwoch ab 19.30 Uhr : Liveticker: WSV - 1. FC Monheim

Der Fußball-Regionalligist Wuppertaler SV ist finanziell schwer angeschlagen. Am Mittwoch (10. April 2019) will er im Pokal-Halbfinale gegen Oberligist 1. FC Monheim (19.30 Uhr, Stadion am Zoo) eine lebenswichtige Geldquelle nicht versiegen lassen.

Wer gedacht hatte, es komme auf der Jahreshauptversammlung zu einem heftigen verbalen Schlagabtausch, zu bohrenden Fragen und heftigen Anschuldigungen, der irrte. Zu sehr waren die Mitglieder offensichtlich von dem geschockt, was sie da zu hören bekamen.

Die Kurzversion: Läuft es ganz schlecht, droht bis zum Saisonende ein negatives Eigenkapital in Höhe von 1,4 Millionen Euro. Die Insolvenzgefahr sei „latent“, so der nun offizielle Vorstandssprecher Alexander Eichner, der vom neuen Verwaltungsrat noch in der Nacht gemeinsam mit Melanie Drees (Finanzen) gewählt worden war. Zwar sei der Mai finanziell gesichert, danach fehlten aber weitere „100.000 bis 200.000 Euro“, hieß es. Das Finanzamt mache enormen Druck.

So verwunderte es nicht, dass das Gremium bis auf zwei Verwaltungsräte (Frank Niederhoff und Stefan Schey) niemanden entlastete, auch nicht den Ex-Vorstand um Lothar Stücker, Manuel Bölstler und Harald Lucas. Drees kündigte eine Überprüfung an, ob man gegen die Ex-Führung oder gegen Unbekannt Strafanzeige stellen werde. „Sonderermittler“ Horst Willich warf den bis März Agierenden vor, trotz größter Warnhinweise nicht gegengesteuert und einfach Etatansätze erhöht zu haben. Bereits im Oktober sei klar gewesen, dass ein Defizit von 500.000 Euro aufgelaufen sei. Der Verkauf von Torjäger Christopher Kramer habe lediglich 10.000 Euro netto eingebracht.

Eichner bestätigte, dass der ehemalige Vorsitzende Friedhelm Runge geholfen habe, einen Insolvenzantrag abzuwenden – umgehend und, weil der Verein keine Spenden mehr annehmen darf, mit einem Kredit zu einem „Schamzins“: „Das nur mal zum Thema, wie wichtig der WSV für Friedhelm Runge ist.“

Eichner kündigte an, alle Ausgaben kritisch zu hinterfragen. So dürfe die Geschäftsstelle künftig nicht mehr als 100.000 Euro kosten, ein Etat von mehr als 350.000 Euro für die erste Mannschaft sei momentan nicht drin. Auf einer außerordentlichen Jahreshauptversammlung am 28. Mai soll nun über die künftige Struktur des Vereins abgestimmt werden. Als wahrscheinlichste Variante gilt die Ausgliederung der ersten Mannschaft in eine GmbH.

Das Team, das sich sportlich bislang absolut nichts zu Schulden hat kommen lassen, will heute für Einnahmen sorgen – mit dem Einzug ins Pokalfinale.

Mehr von Wuppertaler Rundschau