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Der WSV und die doppelten Bank-Probleme

Fußball-Regionalliga : Der WSV und die doppelten Bank-Probleme

Beim Fußball-Regionalligisten Wuppertaler SV geht es weiter drunter und drüber. Gegen die SG Wattenscheid 09 tritt das Team am Samstag (16 Uhr) ohne den beurlaubten Trainer Adrian Alipour an. Donnerstag wird der Nachfolger offiziell bekanntgegeben.

Eines muss man dem WSV lassen – langweilig wird es nicht. Immer wenn sich ein Themenkomplex gerade zu beruhigen scheint, tut sich ein neuer auf.

Adrian Alipour ist seit Montag nicht mehr Chefcoach. Nach dem hoch achtbaren 0:0 beim Aufstiegsfavoriten Viktoria Köln trat der 40-Jährige mit der Bitte an Vorstandssprecher Alexander Eichner und Sportvorstand Karsten Hutwelker heran, seinen Vertrag in gegenseitigem Einvernehmen auflösen zu wollen. Der WSV, so Hutwelker, habe aber mit Alipour weiterarbeiten wollen. Da beide in einem persönlichen Gespräch keine Lösung fanden, wurde Alipour beurlaubt. Ende offen. Inzwischen wabern Gerüchte, der WSV-Coach sei in der vergangenen Woche beim Südwest-Regionalligisten TSV Steinbach gesichtet worden und habe mit dem neuen Club von Ex-WSV-Torjäger Christopher Kramer gesprochen. Alipour war bis Redaktionsschluss für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Am Samstag gegen Wattenscheid (14 Uhr, Stadion am Zoo) betreuen möglicherweise die Co-Trainer Georgios Tatsis und Pascal Bieler das Team. Eine endgültige Entscheidung, wie es bis zum Saisonende weitergeht, wird spätestens Donnerstag erwartet. Abzuwarten bleibt, wie die Mannschaft auf die neuerliche Entwicklung, die vom ehemaligen Sportdirektor Manuel Bölstler zusammengestellt worden ist, reagiert.

Zwei große Sachverhalte stehen derweil im Mittelpunkt der Jahreshauptversammlung am 8. April. Die Aufarbeitung der Frage, wie es zu dem neuerlichen Finanzkollaps kommen konnte – inklusive der (Nicht-) Entlastung des Ex-Vorstandes mit Lothar Stücker, Manuel Bölstler und Maria Nitzsche. Und die richtungsweisende Wahl des 13-köpfigen Verwaltungsrates, der laut Satzung den Vorstand bestimmt.

Dabei zeichnen sich zwei ganz unterschiedliche Modelle ab. Der kommissarische Vorstand um Eichner will dem Plenum unter anderem eine mögliche Ausgliederung der Mannschaft etwa in eine Spielbetriebs-GmbH vorschlagen. Aber, so betont Eichner, das sei nur eine von mehreren Möglichkeiten. Auch eine neuerliche Insolvenz und „Diverses dazwischen“ seien denkbar. Vor allem aber sei kein Weg ausgearbeitet, das werde die Aufgabe des neuen Vorstandes sein, und der stehe eben erst nach dem 8. April fest.

Klar gegen eine Ausgliederung spricht sich das „Fanbündnis WSV“ aus, das mit sieben Vertretern für den Verwaltungsrat kandidiert und damit – sollten alle durchkommen – in dem Gremium die Mehrheit hätte. Die eindeutige Aussage: Man setze sich „für einen gesunden und organisch wachsenden Sportverein ein, welcher in der Stadt verankert und in der Wirtschaft als solider Partner bekannt ist. Insofern sagen wir ganz deutlich, dass unserer Haltung ein hohes Maß an Geduld zugrunde liegt und die Bereitschaft erfordert, den Wuppertaler SV gegebenenfalls über einige Jahre hinweg zu begleiten und zu unterstützen, ohne den direkten sportlichen Erfolg anstreben und gewährleisten zu können. Aber nur so kann unser Verein wirklich gesunden und gestärkt aus den letzten Jahrzehnten hervorgehen!“