WSV erkämpft beim Topfavoriten einen Punkt

Fußball-Regionalliga: 0:0 bei Viktoria Köln : WSV erkämpft beim Topfavoriten einen Punkt

In „Notbesetzung“ hat der Fußball-Regionalligist Wuppertaler SV am Samstagnachmittag (23. März 2019) das Auswärtsspiel beim Tabellenführer FC Viktoria Köln mit einem 0:0-Unentschieden beendet. Vor 1.506 Zuschauern beeindruckten die Bergischen mit beherztem Kampf.

Die Personalprobleme waren groß: Sebastian Wickl, Tjorben Uphoff, Viktor Maier, Sascha Schünemann, Mario Andric, Yusa-Semih Alabas und Daniel Hägler fielen verletzt aus, Peter Schmetz war gesperrt. So saßen bis auf Tom Meurer nur noch A-Jugendliche auf der Bank. Im Tor stand der 18 Jahre alte Niklas Lübcke, Daniel Grebe (Handbruch) lief mit einer Schiene auf.

Der klare Aufstiegsfavorit aus der Domstadt übernahm direkt die Initiative. Der WSV verteidigte aber engagiert und ließ zunächst keine größeren Chancen zu. Brenzlig wurde es in der 14. Minute. Kevin Holzweiler zog aus 18 Metern ab, der Ball krachte an den Außenpfosten. Nur eine Minute später verhinderte Lübcke mit einem beachtlichen Spagat gegen Viktoria-Star Mike Wunderlich den Rückstand. Die Gäste versuchten zu kontern, wurden aber frühzeitig gestört.

Der Spitzenreiter aus der Domstadt war deutlich spielbestimmend mit der weitaus höheren Quote an Ballbesitz. Der Außenseiter aus dem Bergischen wehrte sich jedocj mit Glück und Geschick. Die erste Möglichkeit bot sich dem WSV in der 40. Minute. Enes Topal hatte geplankt, Semir Saric konnte den Kopfball aber nicht mehr präzise genug platzieren. Ohnehin entlasteten die Gäste nun besser. Das 0:0 zur Pause war ein Achtungserfolg.

Nach dem Wechsel wurde es aus SIcht der mitgereisten Wuppertaler Fans noch besser: Das Alipour-Team steigerte sich immer mehr und war zeitweise ein gleichwertiger Gegner. Tom Meurer ersetzte Daniel Grebe in der 65. Minute.

Trainer Adrian Alipour und Sportdirektor Karsten Hutwelker vor der Partie. Foto: Jochen Classen

Der Topfavorit tat sich schwer - hätte allerdings in der 70. Minute in Führung gehen müssen. Doch den Schuss von Sven Kreyer aus fünf Metern wehrte Lübcke mit einer Glanzparade ab. Auch in der 78. Minute war der junge Schlussmann zur Stelle, als er einen Freistoß aus 20 Metern von Christian Derflinger glänzend abwehrte. Für die letzten zehn Minuten brachte Alipour Stürmer Kenan Dünnwald-Turan für Saric.

Köln forderte in der 85. Minute einen Elfmeter nach einem Zweikampf zwischen Holzweiler und Phil Britscho. Die Pfeife von Schiedsrichter Florian Visse bleib aber stumm. Der WSV warf alles in die Waagschale und versuchte auch seinerseits sein Glück in der Offensive. Der A-Jugendliche Mike Osenberg wurde noch für Enes Topal eingewechselt. Lübcke hielt einen Kopfball von Kreyer sicher (90.+2.). Nach fünf Minuten Nachspielzeit war die Partie aus - und der Jubel auf Wuppertaler Seite riesengroß.

Adrian Alipour (Wuppertaler SV): „Es ist für uns natürlich ein unfassbar glücklicher und hart erkämpfter Punkt. Man hat jederzeit die Klasse von Köln gesehen. Das war ein großer Haufen Arbeit. Es war kämpferisch das oberste Limit. Das war richtig, richtig gut. Wir hatten in der ersten Hälfte großes Glück. Niklas Lübcke hat ein überragendes Spiel gemacht. Wir haben uns nach 20, 25 Minuten in das Spiel gekämpft und nicht mehr so viel zugelassen. Köln hat den Ball gut laufen lassen, konnte uns dann aber nicht mehr so in Bedrängnis bringen. In der zweiten Halbzeit waren wir etwas befreiter und haben uns reingekämpft. Auch dann haben wir wieder zweimal Glück. Lübcke pariert wieder klasse. Unsererseits hatten wir haben auch Konter, die wir nicht ausgespielt haben. Alles in allem bin ich froh, dass wir einen Punkt mit nach Hause nehmen können. Wir hatten hinten heraus nicht die Möglichkeiten wie Köln, von der Bank nachzulegen. Der Punkt ist Gold wert. Wir haben etwas Zählbares mitgenommen. Ich bin überzeugt, dass ihr den Aufstieg schafft.“

Patrick Glöckner (Viktoria Köln): „Danke für Deine Worte, Adrian. Es ist schwierig gegen einen so tief stehenden Gegner zu spielen. Es ist zwingend nötig, ein frühes Tor zu machen, um dann auch die Reihen zu öffnen. Die Chancen waren da, aber wir machen das Tor nicht. Ich glaube, wir haben gesehen, dass wir viel Ballbesitz, ein gutes Passspiel hatten. In der zweiten Halbzeit wollten wir unbedingt den Sieg, haben auf zwei Stürmer umgestellt. Auch daraus resultiert die ein oder andere Chance. Es ist trotzdem unwahrscheinlich schwierig. Wir bekommen einen klaren Elfer nicht. Ich bin mit dem Punkt nicht zufrieden, aber wir müssen damit leben. Wir müssen die wenigen Chancen nutzen. Noch acht Spieltage sind Zeit, um in die Erfolgsspur zurückzukommen.“

Die nächste Partie ist ein Heimspiel - am kommenden Samstag (30. März 2019) um 14 Uhr im Stadion am Zoo gegen die SG Wattenscheid 09.

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