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Wuppertaler Buga-Pläne: Zoo ist jetzt mit drin und alles ein Kreislauf

Neues Gutachten : Buga-Pläne: Zoo ist jetzt mit drin und alles ein Kreislauf

Die Stadt Wuppertal hat das unter dem Leitbild „Circular Buga“ überarbeitete Gutachten für eine potenzielle Bundesgartenschau 2031 veröffentlicht. Es sieht jetzt drei Kernareale, einen größeren Schwerpunkt im Grünen Zoo und dafür weniger verbaute Fläche an der Tesche vor. Die Schwebebahn und eine Seilbahn über den Zoo zur Königshöhe sind die Schaltstellen im Mobilitätskonzept.

Wird die Buga 2031 nach Wuppertal kommen? Und wie wird sie aussehen? Auf die zweite Frage gibt es nun eine greifbare und gegenüber den ursprünglichen Plänen abgewandelte Antwort. Die Stadt hat ein aktualisiertes Gutachten veröffentlicht, das die überarbeitete Vision einer Bundesgartenschau auf rund 140 Seiten skizziert (hier klicken!).

In dem Konzept, für das das Landschaftsarchitekturbüro RMP Stephan Lenzen die Projektplanung inne hat, ist die Bundesgartenschau auf der Wuppertaler Stadtkarte um ein ganzes zusätzliches Areal gewachsen. War vorher nur von den Kernarealen Tesche und Wupperpforte die Rede, ist nun der Grüne Zoo als fester Bestandteil des hinzugekommen. Die neue Seilbahn am Zoo war bereits fester Teil der Planung. Nun bezieht das Gutachten aber auch den Zoo selbst als eine der schönstes Parkanlagen Deutschlands mit ein. Die Besucher der Buga werden dann zwei vom Zoo zu realisierende Highlights erleben: die Ökosystemkomplexanlage „Karen“, die einen Ausschnitt des südostasiatischen Regenwaldes zeigt, sowie die neue Elefantenanlage als eine „Afrikanischen Savanne“.

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Die Buga soll helfen, die denkmalgeschützte Parklandschaft nachhaltig in Wert zu setzen. Die Konzertmuschel wird laut Gutachten zum Buga-Forum, die leerstehende Gastronomie zur Blumenhalle. Während mit dem Zoo eine neue Fläche für die Buga als fester Veranstaltungsort erschlossen wurde, sind die Planer im Westen, im Kernareal Tesche, zurückhaltender als im ersten Entwurf. Die Tescher Wiesen sind nicht mehr Teil der Planung – und somit die Bedenken der Landwirte berücksichtigt worden.

Für das dritte Kernareal Wupperpforte sind die Pläne unverändert geblieben – hier könnte nach wie vor die längste Hängebrücke der Welt entstehen, die dann die Königshöhe quer über das Tal hinweg mit der Kaiserhöhe verbinden würde. Letztere soll übrigens nicht mehr Teil der drei eintrittspflichtigen Buga-Flächen sein, aber ebenfalls aufgewertet werden. Die Besucher sollen sich im Kreis durch diese Areale bewegen: zum Beispiel vom Bereich Tesche aus über eine neue Fußgängerbrücke direkt zur Schwebebahnstation Bruch, dann mit Wuppertals Wahrzeichen weiter zum Zoo, von hier mit der Seilbahn auf die Königshöhe, dann über die Brücke zur Kaiserhöhe und weiter zur Nordbahntrasse, über die es zurück nach Vohwinkel geht.

Das Stichwort „Kreislauf“ spielt auch beim Nachhaltigkeitsgedanken eine Rolle: Brücke und Seilbahn sollen dauerhafte Touristenattraktionen bleiben, die neuen „Mobilitäts-Verknüpfungen“ Wuppertalern auch über die Buga hinaus Vorteile bieten. An der Tesche soll die Planung den Ortsteil mit neuen Wohnbauprojekten, landschaftsarchitektonischen Flächen und einem modernen Spiel- und Sportpark komplett verändern.

Die Studie rechnet weiterhin mit Kosten von 70.9 Millionen Euro. Die 18 Seiten, die sich mit den finanziellen Rahmenbedingungen beschäftigen, stehen jetzt im Fokus der Beratungen innerhalb der Wuppertaler Ratsfraktionen. Im November soll der Stadtrat darüber abstimmen, ob sich Wuppertal tatsächlich für die Buga bewirbt.