Von der Heydt-Museum: Geht die Kunsthalle zurück an die Stadt?

Von der Heydt-Museum: Geht die Kunsthalle zurück an die Stadt?

Museumsdirektor Gerhard Finckh sieht immer größere Schwierigkeiten, die Ausstellungen zu finanzieren. Fest steht: Im Frühjahr 2019 gibt es erstmals wieder eine Jahresschau Wuppertaler Künstler dort zu sehen.

Es war ein Satz, der viele Besucher aufhorchen ließ. Bei der Vernissage der Ausstellung Thomas Wrede "Sceneries" Ende Mai in der Kunsthalle Barmen ließ Museumsdirektor Gerhard Finckh durchblicken, dass die Kunsthalle mit Ende der Ausstellung Bogomir Ecker Anfang 2019 zurück an die Stadt gehe. Es sei immer schwieriger, eine Ausstellung zu finanzieren, so Finckh. Das musste der Direktor des Von der Heydt-Museums gerade schmerzvoll erfahren, als Vorstand und Beirat der Museums GmbH die für diesen Herbst geplante Ausstellung "Aufbruch zur Freiheit" wegen zu hoher erwarteter Kosten absagen mussten. In Barmen ist die Situation ungleich schwieriger: Gerade mal 5.200 Besucher kamen 2016 in die ehemalige "Ruhmeshalle" — und das ist schon viel. Zum Vergleich: 2015 waren es 3.300.

Kulturdezernent Matthias Nocke wollte sich auf Rundschau-Nachfrage nicht dazu äußern. "Was nach 2020/21 mit der Kunsthalle passiert, wird man erst mit der neuen Leitung des Von der Heydt-Museums besprechen." Finckh verlässt das Museum Anfang 2019. Noch ist seine Stelle nicht ausgeschrieben, "aber", so Nocke, "das heißt natürlich nicht, dass noch nichts passiert ist."

Fakt ist: Im Frühjahr 2019 wird erstmals nach Jahren wieder die Jahresschau Wuppertaler Künstler in der Barmer Kunsthalle stattfinden, organisiert vom Kulturbüro. Vom 2. bis 19. Mai sollen zehn bis zwölf Künstler aus Wuppertal und der Region die Chance bekommen, dort auszustellen, sagt Urs Kaufmann vom Kulturbüro. Eine fünfköpfige Jury, bestehend aus zwei externen Kunstexperten, zwei Vertretern der Wuppertaler Kulturszene (davon einer aus der jungen Szene) und einem Mitarbeiter des Museums, werden die Auswahl treffen. Ein Katalog soll die Werkschau dokumentieren. Kosten: rund 75.000 Euro. "Ein Teilbetrag ist bereits abgedeckt und erste Spenden eingegangen", sagt Matthias Nocke.

Ausgeschrieben ist die Schau übrigens noch nicht. Dies soll nach den Sommerferien passieren. "Es wird eine der ersten Amtshandlungen der neuen Leitung des Kulturbüros", erklärt Kaufmann. Denn auch hier steht bekanntlich ein Wechsel an: Monika Heigermoser geht zum Sommer in den Ruhestand. Ein Nachfolger (oder eine Nachfolgerin) ist bereits gefunden, so ist zu hören, und soll im Spätsommer die Arbeit aufnehmen.

Geht es nach Nocke und der Stadtverwaltung, dann zieht nach der Jahresschau der Wuppertaler Künstler übergangsweise das Historische Zentrum in die Kunsthalle bzw. das Haus der Jugend ein. Geplant ist eine Ausstellung zum Leben und Werk von Friedrich Engels dort zu zeigen, bis Engels-Haus und Historisches Zentrum nach zweijährigem Umbau zum Engels-Geburtstag, aber zum Ende des Engels-Jahres im November 2020 wieder eröffnen. Dazu benötigt man noch Gelder, die von Bund und Land kommen sollen.

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