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Bergische Uni Wuppertal trauert um Ehrendoktor Ernesto Cardenal

Bergische Uni : Trauer um Ernesto Cardenal

Dr. Dr. h.c. Ernesto Cardenal, Dichter und ehemaliger Kulturminister von Nicaragua, ist am 1. März im Alter von 95 Jahren verstorben. Cardenal erhielt 2017 die Ehrendoktorwürde der Bergischen Universität Wuppertal.

Die Fakultät für Geistes- und Kulturwissenschaften würdigte damit Cardenals Beitrag zur Weltliteratur und sein Engagement für den kulturellen Austausch zwischen Nicaragua und Deutschland. Als ein Vorbild für viele Menschen – „als Kämpfer für Freiheit der Unterdrückten, als christlicher Utopist, als vom Marxismus inspirierter Christ, als politischer Literat und in den späteren Jahren immer mehr auch als philosophischer Poet“ – beschrieb Uni-Rektor Prof. Dr. Dr. h.c. Lambert T. Koch Cardenal in seinem Grußwort anlässlich der Verleihung im März 2017.

Ernesto Cardenal studierte Philosophie, Literatur und Theologie. 1965 wurde er zum Priester geweiht. Auf der Insel Mancarrón im Solentiname-Archipel gründete er eine Bauernkommune nach ur-christlichem Vorbild. Als scharfer Kritiker der Diktatur von Anastasio Somoza musste Cardenal nach Costa Rica fliehen. Nach dem Sieg der Sandinisten 1979 kehrte er nach Nicaragua zurück und wurde dort Kulturminister. Cardenal ist einer der bekanntesten Schriftsteller Nicaraguas. Zu Wuppertal hat er einen besonderen Bezug: Seit 1967 erscheinen seine Bücher in deutscher Übersetzung im Peter Hammer Verlag. Cardenal wurde mehrfach ausgezeichnet, u.a. erhielt er 1980 den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels und bekam 2010 das „Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst 1. Klasse“. Im Sommersemester 2020 würdigt ein interdisziplinäres Seminar – angeboten in den Fächern Spanisch und Katholische Theologie – Ernesto Cardenals religiöse Lyrik.