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Was kann aus der Pädagogischen Hochschule werden? : Standort für Kultur und mehr!

Was kann aus der Pädagogischen Hochschule werden? : Standort für Kultur und mehr!

Betr.: mögliche Sanierung der Pädagogischen Hochschule

Die Pädagogische Hochschule (PH) auf der Hardt gehört den Bürgern und ist viel zu schade für eine private Wohnbebauung. Noch ist es für die Politik nicht zu spät, sich von der seit 2014 im Raum stehenden Idee der „exklusiven“, also die Bürger ausschließenden, Bebauung mit den immer gleich aussehenden Mehrfamilienhäusern zu verabschieden.

Hinweis: Der Rat hatte 2014 eine Änderung des Regionalplans mit den Stimmen von CDU, SPD, FDP und Grünen gegen den Widerstand der Linken beschlossen und damit die bauplanungsrechtlichen Voraussetzungen für die Wohnbebauung erst geschaffen.

Auch die Alternative „reine Parkanlage“ ist für den Bürger nicht besser. Verzichtet er doch damit auf die äußerst großzügigen Räumlichkeiten der PH, die nur mit den Nebensälen der Stadthalle oder den Zoo-Festsälen vergleichbar sind. Durch das Schattendasein infolge der Nutzung als Justizvollzugsschule konnte die PH in der Öffentlichkeit bisher leider nicht punkten.

Die Schüler des Wilhelm-Dörpfeld-Gymnasiums, die von 2015 bis 2018 die PH als Ausweichquartier belegten, werden aber die lichtdurchfluteten Räume, die Freitreppen vor den vollverglasten Fenstern mit Ausblick in die Natur, den Hörsaal, die Sporthalle und die Aula zu schätzen gewusst haben.

In wirtschaftlicher Hinsicht steht sich die Stadt mit der Vermarktung der alten PH besser als mit dem einmaligen Verkauf des Geländes an einen privaten Investor.

Wünschenswert wäre natürlich eine zukünftige Verwendung der PH als Bildungseinrichtung, denn dafür ist sie ja schließlich gebaut worden. Aber was spricht gegen eine Vermietung oder Verpachtung nur von Teilen des Gebäudes an Private? Das schließt doch die Nutzung der Aula, Turnhalle oder des Hörsaals durch die Öffentlichkeit nicht aus. Warum nicht eine Kunsthochschule in die PH oder eine Dependance der Folkwangschule Essen? Den Fachbereich Kommunikationsdesign haben wir dorthin bereits verloren.

Die Nebengebäude lassen sich umbauen zu einem Cafe als zusätzliche Alternative zu dem an Wochenenden meist überfüllten Elisencafé oder sogar zu einer zentraler gelegenen Jugendherberge als der jetzigen auf Lichtscheid.

Eine Stadt, die sich verkaufen möchte, braucht Bauten mit Charakter. Neubauten haben außer ein paar wenigen Architekturhighlights diesen Charakter in der Regel nicht. Das ist wie mit einem guten Wein, er muss reifen.

Die Pädagogische Hochschule ist der ideale Standort für ein attraktives Kulturleben auf der Hardt.

Noch besteht die Chance, mit einer Sanierung aus der PH etwas zu machen.

Mein Appell an die Politik: Nutzen Sie sie!

Bernd Böker