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Rundschau-Wochenend-Satire „Nach Toreschluss“ : Schwimmende Postboten am Amazonas

Rundschau-Wochenend-Satire „Nach Toreschluss“ : Schwimmende Postboten am Amazonas

Betr.: Das Brieftauben-Problem

Lieber Herr Trapp,

als Satiriker und Leiter des Schülerkabaretts „Die Unerbittlichen" nach 34 Jahren seit einem Jahr in Rente erfreue ich mich allwöchentlich an Ihrem scharfen Blick auf die großen Themen unserer Tage, wie z.B. das Brieftaubenproblem und die verzögerte Zustellung von Briefwahlunterlagen infolge des Streiks von Postbediensteten.

Ein Satiriker ist natürlich immer abhängig von interessanten Infos, die inspirieren können und das Themenspektrum zu erweitern vermögen. Nicht erst seit Thurn und Taxis todesmutigen Kurierreitern sind weltweit erstaunliche Bemühungen um die Zuverlässigkeit postalischer Zustellung anzutreffen.

Als Lesefrucht offeriere ich Ihnen Alexander von Humboldts Hinweis auf das bis heute vielleicht ungewöhnlichste Beispiel postalischen Bemühens: den Transport von Briefen durch „schwimmende Postboten" im unteren Lauf des Amazonas. Die Hingebung der jungen Postzusteller als Grundlage einer vorbildlichen Dienstauffassung sei Ver.di ein Beispiel.

Über die Bezahlung der schwimmenden Postboten ist nichts bekannt, wohl aber über ein wichtiges Detail von Unfallverhütung und Sicherheit am Arbeitsplatz: Die fraglichen Flussläufe waren Gottseidank frei von Krokodilen.

Ob dies für die weitere Gestaltung der Tarifverhandlungen hilfreich sein kann, vermag ich nicht einzuschätzen.

Dr. Wolfgang Diepenthal