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Rundschau-Leserbrief zur Elberfelder Innenstadt​

Leserbrief : „Man hätte daraus lernen können“

Betr.: Elberfelder Innenstadt

Als ich vor 50 Jahren nach Wuppertal gezogen bin, war Wuppertal eine respektable „kleine" Großstadt, zumindest in meinen Erinnerungen. Im Lauf dieser 50 Jahre hat sich allerdings vieles verändert – und nicht unbedingt zum Vorteil. Allerdings kann ich nur von Elberfeld reden, denn in Barmen war ich selten.

Immer wieder habe ich über die (nach meinem Dafürhalten) Unüberlegtheit der Verantwortlichen und deren Beschlüsse den Kopf geschüttelt, weil ich den Eindruck hatte und immer noch habe, dass diese nicht über „heute" hinaus zu planen in der Lage sind.

Abgesehen davon, dass mittlerweile aufgrund der (für mich) unprofessionellen Planung die gesamte Elberfelder Innenstadt eine einzige Großbaustelle ist, will ich folgendes Beispiel anführen: Als ich nach Wuppertal gezogen bin, gab es zwischen Islandufer und Schloßbleiche ein kleines Einkaufszentrum. Als dieses zu klein wurde, entschloss man sich für die Rathaus Galerie.

Es kam, wie es vorauszusehen war: Das alte Einkaufszentrum stand kurze Zeit später leer – und so ist es teilweise auch heute noch, oder besser wieder. Man hätte daraus lernen können ...

  • Das Bild zeigt einen stark beschädigten
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  • Der ehemalige Radweg der Hünefeldstraße (Archivbild).
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  • Symbolbild.
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Jahre darauf entstanden die City-Arkaden und welch eine Überraschung, nach und nach leerte sich die Rathaus Galerie. Leider hatte man wohl vergessen, dass die Menschen ihr Geld nur einmal ausgeben können.

Ähnliche Beispiele habe ich viele im Lauf der Jahre erlebt und mich nach und nach immer weniger gewundert, weil ich nichts anderes mehr erwartet habe.

Ganze Infrastrukturen in den Quartieren, zum Beispiel dem „Ölberg", wurden zerstört, bei der Verkehrslenkung wurde mehr experimentiert als wirklich geplant.

Vor einigen Jahren hatte ich ein längeres Gespräch mit dem damaligen Oberbürgermeister Peter Jung, der mir zum Neubau des Döppersberg erklärte, es gäbe ein tolles Eingangstor zur Innenstadt – und das würde bestimmt viele Besucher von außerhalb anlocken. Ich habe ihm darauf erwidert, dass ich, wenn ich in meinem Haus eine neue und tolle Tür einbauen wollte, vorher dafür Sorge tragen würde, dass dahinter alles in Ordnung wäre, damit Besucher sich nicht in der Tür schon wieder umdrehen und weggehen würden.

Leider hat sich, nach meinem Empfinden, in dieser Hinsicht nichts geändert. Traurig, aber wahr.

Klaus Döring

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