Leserbrief „Hilfe von anderen Stellen bekamen wir nicht“

Betr.: Baumaßnahmen auf Lichtscheid, Leserbrief von Waltraud Rinke

 Symbolbild.

Symbolbild.

Foto: Rundschau

Liebe Frau Rinke, Sie haben vollkommen Recht. Schade nur, dass Sie erst jetzt schreiben, wo alles schon abgerissen und neu gebaut ist. Wir waren Mieter in den Häusern und haben seit dem ersten Bekanntwerden des Abrisses versucht genau das, was Sie schildern, zu verhindern. Rechtlich gab es keine Möglichkeit, da der Eigentümer die Baugenehmigung von der Stadt bereits vorliegen hatte. Hilfe von anderen Stellen bekamen wir auch nicht, zum Beispiel vom Bürgerverein etc.

Die Häuser waren nicht baufällig, nur sanierungsbedürftig und es gab sogar einen Sanierungsplan! Dieser wäre sogar mit dem Bau der Bäckerei möglich gewesen, nur eben mit weniger Parkfläche. Wir hatten einen Interessenten für die Häuser, der diese wieder instandgesetzt hätte. Das wurde aber vom Eigentümer abgelehnt!

Auch wir haben uns immer wieder gefragt, wie eine Stadt, in der bezahlbarer Wohnraum so knapp ist, so etwas genehmigen kann. Letztendlich waren wir die Leidtragenden. Die Häuser wurden bewusst immer weiter runtergewirtschaftet, leere Wohnungen nicht mehr vermietet, trotz Interessenten, die letzten verbliebenen Mieter bekamen die Kündigung. Unter anderem auch unsere über 90-jährige Nachbarin, die seit über 40 Jahren dort ihr zu Hause hatte.

Sehr traurig. Wir haben immerhin über zehn Jahre dort gelebt und wollten auch nicht weg. Aber solche Gewerbe- und Luxus-Eigentumswohnungen scheinen der Stadt Wuppertal ja in vielen Bereichen wichtiger zu sein.

Es grüßt Sie Familie Heinrichs

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