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Wuppertaler Nahverkehr: Rein pekuniäre Interessen?

Wuppertaler Nahverkehr : Rein pekuniäre Interessen?

Betr.: Vordereinstieg in Bussen

Wie ist der zwangsweise Vordereinstieg in Wuppertaler Busse in Pandemiezeiten zu erklären? Maskenpflicht und Abstandswahrung an Haltestellen - wer kontrolliert das, auch wenn nur wenige Menschen einsteigen wollen? Etwa die demnächst nicht beschäftigten Schwebebahnfahrer?

Da sich nicht nur ältere Menschen sofort einen sicheren Sitzplatz suchen, um beim Anfahren nicht durch den Gang geschleudert zu werden, sind die Busse im Vorderteil voll besetzt und hinten leer. Da geht die körperliche Unversehrtheit vor allenthalben propagierter Abstandswahrung. Die Fahrer sind durch eine Scheibe geschützt, sie sollen wieder Tickets verkaufen und kontrollieren. Natürlich gab es Beschwerden wegen fehlender Ticketautomaten. Was spricht denn dagegen, Abo-Kunden hinten einsteigen zu lassen? Vorne wird nur verkauft, die Abstandsregeln könnten eingehalten werden.

Ist es schon überfordernd, eine solche Flexibilität nur anzudenken? Mir schwant, rein pekuniäre Interessen stehen hier im Vordergrund. Fahrgäste sind keine gern gesehenen Kunden, sondern allesamt potentielle Schwarzfahrer und Schmarotzer. Wie tönt es in den Bussen? „Helfen Sie mit!“ Ich helfe mir selbst durch Betätigen der Notruftaste meines Handys, sollte ich beim Durchqueren des Busses auf dem Weg zu einem sicheren Platz mit Abstand stürzen.

Dr. Astrid-Marina Lohrmann