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Zu wenig sozialer Wohnungsbau: Ist man anderswo klüger? Betr.: Zersiedelung oder Sozialwohnungsbau, Rundschau-Kommentar vom 26. Februar

Zu wenig sozialer Wohnungsbau : Ist man anderswo klüger? Betr.: Zersiedelung oder Sozialwohnungsbau, Rundschau-Kommentar vom 26. Februar

Herr Conrads beendet seinen von guten Ideen und treffenden Vorschlägen durchzogenen Kommentar mit der Frage, ob es wirklich und allein an Investoren mangele. Antwort: Nein. Investoren sind wahrlich keine dummen Leute und wissen, wie man an kommunale und Landesgelder gelangt.

Nur: Wollen die Hüter/innen des Wuppertaler Rathauses wirklich den unterdurchschnittlich verdienenden Menschen und Transferleistungsbeziehern mit bezahlbarem Wohnraum helfen, sie gar hierhin holen? Selbstredend ja – nur, jedoch, aber ...

Seien wir ehrlich: In Wuppertal, wie in allen Gemeinden und Städten, wird eine gut verdienende Klientel weitaus lieber gesehen als die oben erwähnte. Nur sagt man es nicht, denn zu viel Ehrlichkeit ist schädlich.

Die Blockierer/innen des sozialen Wohnungsbaues sitzen im Rathaus und verschachern eines der wenigen Pfunde, mit denen sich in Wuppertal gut wuchern lässt: Agrarflächen, Wiesen und Wälder. Es ist einfach, gegen den Raubbau an der Natur protestierende Bürger als Nörgler und Verhinderer abzutun. Vielleicht findet aber bei vielen ein Umdenken statt?

Zuzugswilligen wird Wohnraum gegönnt, aber der gerne auf innerstädtischen Brachen (siehe Kommentar) und bereits versiegelten Flächen. Das gilt übrigens auch für Gewerbeansiedlung. Und Bezirksvertetungen mit ihrer wichtigen beratenden Funktion sind leichter auf die städtische Linie zu bringen (siehe August-Jung-Weg), als sich mit lästigen Einheimischen abzugeben oder sich gar mit der Bahn (die braucht man noch) und anderen Platzhirschen anzulegen. Lieber wird beschlossen, einem Landschaftschutzgebiet den Status zu entziehen und dort Wohnraum zu schaffen.

Es gibt viele Ecken in unserer Stadt, in denen man etwas schaffen kann, ohne Natur zu zerstören, was zugegebenermaßen am einfachsten ist und wenig Arbeit macht. Man muss sich nur einmal umsehen und in Wien (siehe Kommentar) und auch in Freiburg (Stadtteil Vauban mit Solarsiedlung und Plus-Energiehäusern) fragen, wie dort vorgegangen wird.

Ist man anderswo klüger als in Wuppertal?

Frank Khan