Leser: Internationale Geflechte

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Betr.: "Angst um 750 Bayer-Jobs", Rundschau vom 8. Dezember

Was hat der Stellenabbau von Bayer mit dem Beinahe-CDU-Chef Merz zu tun?

Wie bei allen DAX-Konzernen ist der amerikanische Vermögensverwalter Blackrock der einflussreichste Investor bei Bayer — bei Monsanto übrigens auch. Der Zusammenschluss der Konzerne bringt also aufgrund der Synergieeffekte Vorteile für den Investor. Es handelt sich also auch beim Stellenabbau oder bei der Schließung von Produktionen oder Forschungsstandorten nicht um Fehlentscheidungen, wenn andere Konzernstandorte oder andere Konzerne im Einflussbereich von Blackrock besser oder billiger liefern können.

Konkurrenz auf dem Markt gibt es praktisch nicht mehr, da Blackrock an allen Konkurrenten beteiligt ist. Was mit einzelnen Unternehmen oder Standorten passiert, interessiert in diesem System überhaupt nicht mehr.

Der Aufsichtsrats-Chef von Blackrock Deutschland, Merz, soll in der CDU weiter eine wichtige Rolle spielen.

Der Stellenabbau in Wuppertal ist also nur die logische Folge der internationalen Entwicklungen, für die wir uns alle viel zu wenig interessiert haben — auch weil wir dachten: Was geht uns das an?

Und die CDU wird uns da sicher nicht helfen, sie ist Teil des Problems, nicht der Lösung.

Jonas Seiler

(Rundschau Verlagsgesellschaft)