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Zuletzt gelesen: Rundschau-Buchkritiken : Buth und Beatrice

Als „Poesiealbum Nr. 344“ hat der Märkische Verlag Wilhelmshorst 54 ausgewählte Gedichte von Matthias Buth, der 1951 in Wuppertal geboren wurde, auf 30 Seiten eines schmalen Heftes (fünf Euro) veröffentlicht.

Buth, gelernter Jurist, in verschiedenen Bundesministerien tätig, zuletzt bis Ende 2016 im Bundeskanzleramt zuständig für Kultur und Medien, publiziert bereits seit 1973. Das „Poesiealbum Nr. 344“ präsentiert einen Querschnitt des Buth-Werkes: Der Leser geht mit dem Autor durch Deutschland, durch Osteuropa, durch Kirchen, durch Jahreszeiten, durch Vergangenheit und Gegenwart. Matthias Buths Lyrik ist intensiv und bildstark. Und es gelingt ihr, einen syrischen Flüchtling, das verregnete Paris und das Blühversprechen von Samentütchen vor einem Aldi-Eingang gleichermaßen mitten ins Herz zu holen.

Apropos Herz: Das hört man im wahrsten Sinn des Wortes schlagen in Beatrice Libonatis „Die glückliche Braut“. Die jahrzehntelange Pina-Bausch-Tänzerin hat auf 53 Seiten stille, kleine Gedichte (stets in deutscher und italienischer Sprache) sowie dazu passende farbige Skizzen versammelt. Es ist bereits ihr sechster Gedicht- und Zeichnungen-Band. Alle erschienen im Wuppertaler Nordpark-Verlag – für zwölf Euro.

Voller zärtlicher Liebe sind sie, die Gedichte in „Die glückliche Braut“. Beatrice Libonati erzählt von zwei Menschen in großer Nähe, in ganz kleinen Momenten. Und von der Natur:

„und milde wärme läuft / in das überraschte herz / wenn der wind / ganz sanft / durch die flimmernden blätter / der birke flüstert“. So schön ist das.

(Rundschau Verlagsgesellschaft)
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