Wieder zurück ins Leben

Wieder zurück ins Leben

"Flowing" heißt eine neue Konzertreihe in der Elberfelder City-Kirche. Gastgeber ist Christopher Huber, Geiger des "Royal Street Orchestra". Für ihn sah es bis vor kurzem so aus, als könne er nie wieder spielen.

Huber hat eine harte Zeit hinter sich — eine akute und ernste Erkrankung mit Schmerzschüben. "Das ging so weit, dass ich immer schwächer wurde und zum Schluss nicht mal mehr die Geige mit einer Hand heben konnte", blickt der 38-Jährige zurück. Zahlreichen Arztbesuchen folgte schließlich ein mehrwöchiger Krankenhausaufenthalt.

Diagnose: Granulomatose mit Polyangiitis. "Eine seltene Autoimmunkrankheit. Ich bin der Dritte im Bergischen Städtedreieck." Niederschmetternd sicher für jeden, der eine solche Diagnose bekäme — für einen Geiger, der auf filigrane Fingerfertigkeit angewiesen ist, quasi das Aus. "Meine Fingerkuppen wurden dunkler und schließlich schwarz", erinnert sich der Musiker. "Die nachfolgende Behandlung ist mit einer Chemotherapie bei Krebspatienten vergleichbar." Christopher Hubers Immunsystem wird heruntergefahren, um es neu aufbauen zu können.

Zu den körperlichen Beschwerden und dem psychischen Druck kommen Existenzängste, die der freischaffende Künstler so noch nicht kannte: "Ohne meine Frau und meine Schwiegermutter hätte ich das alles überhaupt nicht durchgestanden."

Monate dauert es, bis der als Ausnahmetalent gefeierte Geiger sein Instrument wieder spielen kann. "Ich hatte eine Art Babyhaut an den Fingern, hochempfindlich und kaum belastbar. Üben und Spielen ging anfangs nur eine Viertelstunde."

Nach und nach steigert der Musiker das Pensum, gewinnt an Zuversicht und schmiedet auch wieder Pläne. "Besonders wichtig war und ist es mir, meine Musik doch noch in die City-Kirche zu bringen. Eine Art Wiedergutmachung."

Nun stehen die ersten drei Termine für "Flowing — The Classical Violin Sessions" im Februar, April und Juni 2019. Verschiedene Nuancen der Klassik fließen ineinander. "Flowing" soll aber auch eine Verbeugung vor der fließenden Lebensader Wupper sein. "Musikalisch sind es alles Lieblingsstücke und Herzensangelegenheiten", so Christopher Huber, der zum Auftakt am Sonntag, 24. Februar 2019, Namensvetter und Bandkollege Christopher Esch an seiner Seite hat. Der Gitarrist, der seit zehn Jahren mit dem Geiger zusammenarbeitet, war sofort mit im Boot: "Musikalisch verstehen wir uns sehr schnell und ohne Worte."

Eine spanische und lateinamerikanische Reise erwartet das Publikum — die Namen der Komponisten reichen von Manuel de Falla bis Astor Piazzolla.

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Sonntag, 24. Februar 2019, 17 Uhr, City-Kirche am Kirchplatz. Eintritt: 12, ermäßigt 8 Euro. Weitere Termine: Sonntag, 7. April 2019, zusammen mit dem Pianisten Frank Rusinovic - sowie ein Christopher-Huber-Solo am Sonntag, 2. Juni 2019.

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