ZULETZT GELESEN: Buchkritiken auf wuppertaler-rundschau.de: Wuppertal, Zürich, Berlin

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Else Lasker-Schüler hat 150. Geburtstag. Dazu passend gibt's (natürlich!) auch Bücher.

Herausgeberin Ulrike Schrader, die Leiterin der Begegnungsstätte Alte Synagoge, hat im Peter-Hammer-Verlag "Verzauberte Heimat. Else Lasker-Schüler und Wuppertal" veröffentlicht. Für 22 Euro gibt es 128 wunderschön gemachte Seiten, auf denen das Kindheitsparadies der großen Dichterin in ihren eigenen Texten wieder lebendig wird. Diese Texte sind manchmal bekannt — ganz viele dagegen sozusagen "neu". "Verzauberte Heimat" führt in 24 Kapiteln (auch thematisch) hinauf und hinunter vor allem durch Elberfeld. Reich bebildert wird Else in vielen Facetten erlebbar: Die schönen Seiten ihres (jungen) Lebens, die spätere Armut, Schwierigkeiten mit dem Publikum, politische Verfolgung. Wer Else liebt und Wuppertal auch: Lesen!

Foto: Wallstein Verlag

Die Zeit des Else-Exils in der Schweiz rückt die zweibändige Faksimile-Edition "Gedichtbuch für Hugo May", die im Wallstein-Verlag für 39 Euro erschienen ist, in den Blick. Im Auftrag der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung herausgegeben von Andreas Kilcher und Karl Jürgen Skrodzki. Im Herbst 2013 tauchte ein dahin unbekanntes handschriftliches Else-Gedichtbuch für Hugo May (1887-1958), einen der Direktoren des Zürcher Kaufhauses Julius Brann (heute: Manor), auf. May hatte die unter üblen Flüchtlingsbedingungen lebende Dichterin, die ständig dem Druck der Schweizer Fremdenpolizei ausgesetzt war, stets (nicht nur finanziell) unterstützt. Der Doppelband hat einen Faksimile-Teil, mit dem das Gedichtbuch quasi 1:1 handschriftlich "anfassbar" wird — und einen Teil mit den Texten der Gedichte sowie von 66 Briefen und Postkarten Else Lasker-Schülers. Außerdem gibt es ein umfassendes, detailstarkes Hintergrund-Essay. Das überaus seltene Gedichtbuch ist ein außergewöhnliches Werk: Die darin enthaltenen 36 Gedichte spiegeln Else Lasker-Schülers gesamtes Werk bis 1935/36 wie unter einem literarischen Brennglas.

Foto: Bebra Verlag

Jörg Aufenanger aus Wuppertal, der heute in Berlin lebt, hat mit "Else Lasker-Schüler in Berlin" (Bebra-Verlag, 20 Euro) die Zeit in den Fokus gerückt, die die Dichterin in der Hauptstadt verbrachte, nachdem sie Wuppertal verlassen hatte. Fast 40 Jahre lebte Else in Berlin, bevor sie 1933 vor den Nazis in die Schweiz und dann nach Palästina fliehen musste. Aufenanger schildert das Leben der ungewöhnlichen Frau mitten in der Berliner Künstler-Bohème: Da war viel Platz für viele Leidenschaften ... Eine Rundschau-Rezension folgt.

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