So soll geklärt werden, dass nichts im Museum hängt oder steht, dass von den Nazi-Machthabern früheren jüdischen Besitzern entzogen worden ist.
Im Von der Heydt-Museum ist es Anna Baumberger, die das aufwändige und kleinteilige Thema der Herkunftsklärung mit einer festen Vollzeitstelle bearbeitet. 18.000 Werke hat sie in den vergangenen sechs Jahren schon untersucht – und mit den vier Farben der „Provenienz-Ampel“ von Grün (= unbelastet) über Gelb bis zu Orange und Rot (= NS-Raubkunst) markieren können. Wobei nur 0,2 Prozent der Sammlung des Hauses am Turmhof vom Raubkunst-Thema betroffen sind. Zuletzt sind zwei solcher Werke zurückgegeben und dann wieder angekauft worden.
Jetzt konnten Anna Baumgarten und Museums-Direktor Roland Mönig gute Nachrichten verkünden, was acht weitere geprüfte Bilder betrifft: Dokumente im Zentralarchiv der Staatlichen Museen zu Berlin belegen, dass diese Werke, die aus dem Besitz von Eduard von der Heydt stammen, schon seit 1927 Eigentum des Elberfelder Bankiers und Kunstmäzens waren. Und sie gehörten ihm auch während der NS-Zeit. Folge: Die „Provenienz-Ampel“ geht von Gelb auf Grün. Darunter sind beispielsweise Bilder von Claude Monet, Alfred Sisley, Salvador Dalí oder auch von Gustav Courbet.
Am Beispiel des Dalí-Gemäldes „Das wahre Bild der Toteninsel Arnold Böcklins zur Stunde des Angelus“ aus dem Jahr 1932 schilderte Anna Baumgarten bei einer Pressekonferenz im Museum die „quasi archäologische Sucharbeit in Inventarbüchern und Archiven“.
Dort, wo zumeist noch längst nichts digitalisiert ist, müssen, so beschreibt es Anna Baumberger, „scheinbar endlose Berge von Mikrofilmen durchforstet und die sprichwörtliche Nadel im Heuhaufen gesucht werden“.
Erschwert werden die Nachforschungen oft auch dadurch, dass es von zahlreichen Kunstwerken unterschiedliche Titel gibt, sodass man Bildbeschreibungen und die Bildabmessungen zur Klärung braucht.
Anna Baumberger: „Man kann sich das wie ein Puzzlespiel vorstellen. Außerdem ist es, da jederzeit mit neuen kunsthistorischen Erkenntnissen gerechnet werden kann, ein Thema, das nie aufhört.“