Kultur in Wuppertal Von der Heydt-Museum: Neuzugang mit Sci-Fi-Flair

Wuppertal · Eine Industrieanlage, darüber schwebt eine rätselhafte Drohne. Was wirkt wie eine Szene aus einem Science-Fiction-Spiel der 1980er Jahre, gehört künftig zur Sammlung des Von der Heydt-Museums: Die „Renate und Eberhard Robke-Stiftung“ hat das Gemälde „HYDRA. Hydrierwerk mit aufsteigender Überwachungseinheit“ des österreichischen Künstlers Torsten Slama für das Museum erworben.

Seit über 20 Jahren unterstützt die Renate und Eberhard Robke-Stiftung das Von der Heydt-Museum. Den jüngsten Ankauf präsentieren (v. l.) Museumsdirektor Dr. Roland Mönig, Bettina Robke-Bergmann und Stiftungsgründer Eberhard Robke.

Foto: Simone Bahrmann

Für Stiftungsgründer Eberhard Robke begann die Geschichte des Ankaufs mit der aktuellen Carl-Grossberg-Ausstellung im Von der Heydt-Museum. Diese sei nach eigener Aussage der Grund gewesen, sich mit dem Bild zu beschäftigen. Museumsdirektor Dr. Roland Mönig habe ihn darauf aufmerksam gemacht, dass das Werk aus dem Nachlass des 2023 verstorbenen Künstlers erworben werden könne.

Dass die Wahl auf genau dieses Gemälde fiel, kommt nicht von ungefähr. Carl Grossberg zählt zu den wichtigsten künstlerischen Bezugspunkten Slamas. Beide beschäftigten sich intensiv mit Industriearchitektur, Maschinen und Technik. „Es passt bestens in unsere Sammlung“, sagt Mönig. Das Bild führe Grossbergs Blick auf die Industrie ins 21. Jahrhundert fort.

Seit ihrer Gründung im Jahr 2005 hat die Renate und Eberhard Robke-Stiftung mehr als 30 Werke zeitgenössischer Kunst für das Von der Heydt-Museum finanziert. Im vergangenen Jahr feierte sie ihr 20-jähriges Bestehen und zählt damit zu den wichtigsten privaten Förderern des Hauses.

Torsten Slama wurde 1967 in Österreich geboren, lebte später im Bergischen Land unweit von Köln und studierte bei Fritz Schwegler an der Kunstakademie Düsseldorf. Obwohl seine Motive häufig Industrieanlagen zeigen, wirken seine Gemälde überraschend modern. Geprägt wurde sein Stil von den 1980er Jahren, einer Zeit, in der Heimcomputer und Videospiele eine völlig neue Bildsprache entstehen ließen.

„Seine Räume funktionieren nicht nach klassischen Perspektiven“, erklärt Mönig. Statt realistischer Fluchtpunkte erinnern sie an die baukastenartige Ästhetik früher digitaler 3D-Welten. Seit etwa 2006 ergänzte Slama seine Industrieansichten zunehmend um schwebende Flugkörper, die er selbst als„digitale Überwachungseinheiten“ betitelt. So entstanden Bilder, die zwischen Industrieidylle und Dystopie pendeln und Gegenwart mit Zukunftsvisionen verbinden.

Das nun erworbene Werk entstand 2008 und war bereits ein Jahr später Teil einer großen Ausstellung des Künstlers im texanischen Houston. Slama starb 2023 im Alter von 56 Jahren. Sein Nachlass wird heute vom Kölner Auktionshaus Van Ham betreut.

Für das Von der Heydt-Museum ist der Ankauf weit mehr als nur eine Ergänzung der Sammlung. Ohne private Förderer wie die Robke-Stiftung wären viele Erwerbungen zeitgenössischer Kunst heute kaum noch möglich.