Der künstlerische Leiter des freien Theaters an der Wiesenstraße 118, Jens Kalkhorst, stellt im Gespräch mit der Rundschau die neuen Stücke und deren „roten Faden“ vor. Karten für alle Aufführungen gibt es jetzt schon.
Die neue Spielzeit startet am 12. September 2026 mit „State of the Union“ von Nick Hornby. Das Stück ist untertitelt mit „komische Seiten einer Ehekrise“. Jens Kalkhorst führt selbst Regie und übernimmt die Rolle des Ehemannes, der sich mit seiner (Noch-)Ehefrau mehrmals in einer Eckkneipe trifft. Dort besprechen sie den Stand ihrer Beziehung – und der ist nicht gut ...
Die Satire „Putsch – Anleitung zur Zerstörung einer Demokratie“ von Alistair Beaton und Dietmar Jacobs behandelt pointiert, wie aus einer Kabarettistin eine Kanzlerin wird. „Es ist erschreckend, wie nah das an der Realität ist“, findet Regisseur Kalkhorst. Für ihn ist das Stück exemplarisch für das, was das TTT sich 2026/27 auf die Fahne geschrieben hat: „Wir werden tagespolitischer“. Allerdings, so ergänzt er, seien die Stücke dennoch (oder gerade deshalb?) unterhaltsam. Am 10. Oktober 2026 ist Premiere.
Am 28. November 2026 startet „Faktencheck“ an der Wiesenstraße. Es geht um einen Suizid in Las Vegas, den der Praktikant einer Zeitung auf Fakten überprüfen soll. „Er findet überall belanglose Fehler“, so Jens Kalkhorst. „Da stellt sich die Frage: Gibt es eine übergeordnete Wahrheit, die sich nicht mehr mit Fakten erklären lässt?“ Mit dieser Komödie von Jeremy Kareken, David Murrell und Gordon Farrell gibt Finn Lorenzen sein Regiedebüt in Wuppertal. Bislang hat er als Regieassistent und Regisseur in Bremerhaven gearbeitet.
Eine riesengroße musikalische Produktion steht ab dem 9. Januar 2007 auf dem Spielplan – „Die Piraten der Sparrow“. „Das ist die größte Produktion, die wir bisher gemacht haben“, berichtet Jens Kalkhorst. Es sei eine Art Jubiläumsproduktion, denn ein gleichnamiges Stück wurde bereits 2016 mit überwältigendem Erfolg 27 Mal aufgeführt. „Jetzt kommen die Piraten zurück“, sagt der Regisseur. „Es ist keine Fortsetzung, also kein Sequel, sondern ein Equal. Die Story ist komplett neu. Wir versuchen, das Rad richtig groß zu drehen.“ Mit 19 Darstellerinnen und Darstellern, Musik, Tanz und sogar Fechten soll das Musical, das von einigen Mitgliedern des TTT selbst geschrieben wurde, das Publikum begeistern.
Vom Wuppertaler Dramatiker Christoph Schlemmer stammt „Happy Reincarnations“. Ab dem 20. März 2027 wird die preisgekrönte Komödie über sieben Seelen, die auf ihre Reinkarnation warten und in einem Wartezimmer sitzen, in der Heimatstadt des Autors gespielt. Regie wird Benjamin Breutel führen.
Aus Remscheid kommt Christian Wüster. Er schreibt gerade ein Stück eigens fürs Taltontheater. „Der Queerulant“ soll am 22. Mai 2027 uraufgeführt werden. Jens Kalkhorst (Regie): „Im Mittelpunkt steht die Keimzelle allen Seins: die Familie. Ein Sohn offenbart seinen älteren Eltern, dass er schwul ist.“ Daraufhin dekorieren diese ihr Heim „quietschebunt“ um. Der Partner des Sohnes ist jedoch erzkonservativ und lehnt das alles ab. Für das TTT ist die Botschaft klar: „Toleranz ist mehr, als nur die Regenbogenflagge zu schwenken. Wir müssen anfangen, offen und ehrlich miteinander zu reden.“
Übrigens gibt es im TTT auch Wiederaufnahmen: „Macbeth“, „Die Welle“, „Die Rückkehr von Richard 3 mit dem Zug um 9.24h“, „Der kleine Prinz“ und „Elternabend“ werden nochmals gezeigt.
Taltontheater, Wiesenstraße 118, Telefon 0202 / 24 79 860. Homepage: www.taltontheater.de