Wenn Claus Wilcke aus seinem Leben erzählt, dann fühlt man sich sehr schnell in eine andere Zeit und Welt versetzt. Zum Beispiel, wenn es um Anekdoten über Begegnungen mit Sophia Loren und Rock Hudson im Jahr 1971 in Monte Carlo geht. Am 12. August konnte Wilcke wieder einige davon zum Besten geben – bei der Feier anlässlich seines 87. Geburtstags.
Wilcke schwärmt: „Mein Leben war eine wunderschöne Reise“. Und die führte den Bühnen- und Fernsehschauspieler, Sychronsprecher und Stuntman vor mehr als einem Jahrzehnt nach Wuppertal. Ernst-Werner Quambusch hatte den in Bremen geborenen Beamtensohn seinerzeit in die Schwebebahnstadt gelotst. In vielen Aufführungen des von Quambusch mit großer Leidenschaft betriebenen „Kammerspielchens“, dessen Spielbetrieb derzeit ruht, stand Wilcke auf der Bühne.
Heute wohnt Claus Wilcke mit seiner fünften Ehefrau Daniela am Loh in Unterbarmen. Zu Wuppertal hat er inzwischen eine besondere Beziehung: „Wuppertal ist etwas ganz Besonderes. Diese Stadt ist wunderbar grün, die Menschen sind bodenständig, manchmal etwas stur“, verrät er im Geburtstags-Gespräch mit der Rundschau. Der Mann mit dem weißen Schal als Markenzeichen gehörte vor allem in Barmen zum Stadtbild: Oft traf man ihn im Café von Carmen und Tom Leipoldt im Barmer Bahnhof.
Wilckes wunderschöne Reise soll nach 21 Kinofilmen, 600 Serienfolgen und 800 synchronisierten Filmen aber noch lange nicht zu Ende sein. Geplant ist eine Tournee mit dem Solostück „Claus Wilcke packt aus“. Darin soll es mit seiner TV-Paraderolle als Percy Stuart losgehen. Es war die Rolle des verwegenen Millionärs, der ab 1969 in 52 Folgen dem ZDF Einschaltquoten von 22 Millionen Zuschauern brachte. Bei den Soloabenden sollen auch seine Auftritte auf den Karl-May-Bühnen von Elspe und Bad Segeberg vorkommen. Termine und Orte für die Auftritte gibt es noch nicht.
„Ich bin auf fast allen großen Bühnen Deutschlands aufgetreten“, zieht Wilcke mit Blick auf seine Karriere (Zwischen-)Bilanz. Und nicht nur das: Er war auch Synchronsprecher für Omar Sharif und Maximilian Schell – und arbeitete im Zirkus Krone in München mit feurigen Hengsten. Noch 2023 wurde er in Essen als „Schauspieler des Jahres“ ausgezeichnet. Bambi, Otto in Gold und andere Preise dokumentieren seine große Schaffenskraft.
Ein bisschen ruhiger lässt er es mit 87 aber dennoch angehen: Den Führerschein hat er abgegeben und seine beiden Autos den Enkeln geschenkt. Die wollen ihn eigentlich auch aus Wuppertal weglocken und ihn überreden, zum Ruhestand in sein Haus auf Mallorca umzusiedeln. Derzeit ist das aber für ihn aber keine Option. Wilcke bleibt Wuppertaler!