Jandt, der viel Zeit im Norden von Thailand und Laos verbringt und auch schon ein paar Bücher über diese Weltgegend geschrieben hat, ist jetzt wieder dorthin zurückgekehrt. Das 160-Seiten-Hardcover „Safrangelb im Morgendunst“ bietet Gedichte und Fotos aus dem sogenannten Goldenen Dreieck. So wird die Region im Grenzgebiet von Laos, Thailand und Myanmar (früher Burma) genannt.
Schnell ergibt sich – auch und gerade für jemanden, der noch nie dort gewesen ist – durch die Kombination nie zu langer Gedichte und sehr atmosphärischer Fotos ein anfassbares Gewebe: Was Jandt in stiller, nachdenklicher, auch augenzwinkernder Sprache schildert, ist eine interessante Mischung aus Landschaften, Menschen, asiatischer (Tempel-)Religion, Geschichte und Gegenwart. Etwa, wenn es um die aus Myanmar nach Laos geflüchteten (männlichen) Grenzbewohner geht, die ihre Zeit mit einer Mixtur aus Melancholie und Geschäftstüchtigkeit im „Café Burma“ verbringen.
Diese Texte und Bilder sind sehr weit entfernt von üblichen Thailand-Tourismus-Platitüden. Zum Glück. Besonders erwähnenswert die Gedichte „Suche nach Nirvana“ oder „Über die Mauer hinweg“.
Gar nicht so weit fort, sondern in die unmittelbare Nähe richtet sich Dieter Jandts Blick bei seiner Neuerscheinung Nr. 2: „Trassentexte – einen Sommer lang“ hat eine Strecke zum literarischen und fotografischen Thema, die wohl annähernd jeder Mensch aus Wuppertal live kennt – die Nordbahntrasse. Und ganz ehrlich: Der erste Gedanke, das Thema Trasse sei ja nun ausreichend „abgefrühstückt“, erweist sich rasch als falsch.
Jandt schafft es, durch bewusstes Zur-Seite-Schauen dem Weg, der für viele schon ganz alltäglich ist, völlig neue Seiten und neue Dimensionen zu entlocken. In eigentlich Hässlichem findet er Schönes, im Normalen etwas, das darüber hinausweist – und ganz nebenbei auch Anlässe für Geschichten aus der Zeit, als hier noch Züge fuhren. Besonders gelungen das Gedicht „Verse am Baum“ – und das Foto dazu.