1. Kultur

Premiere: „Rauf und Runter“ ​im Wuppertaler Taltontontheater

Neues Stück „Rauf und Runter“ : Taltontheater: Dialoge, die es in sich haben

Drei Freunde mittleren Alters wollen einen Berg besteigen. Sie sind weder geübt noch sportlich und haben außerdem neben ihren Rucksäcken jeder sein Päckchen zu tragen. Mit „Rauf und Runter“ von Peter Quilter hat das Taltontheater (TTT) sich eine deutschsprachige Erstaufführung gesichert.

Die Komödie des britischen Erfolgsautors ist mit drei Gründungsmitgliedern des freien Theaters an der Wiesenstraße goldrichtig besetzt. Maurice Kaeber spielt den beleibten, tollpatschigen und bei Frauen nicht so beliebten Tony. David Meister verkörpert den homosexuellen Daniel, der vor einem halben Jahr von seinem Partner verlassen wurde und darüber nicht hinwegkommt. Jens Kalkhorst, der hier auch Regie führt, spielt den Frauenhelden Sam, der jetzt erstmals heiraten will – wobei das eine der zentralen Fragen im Stück ist: Will und soll er diesen Schritt wirklich wagen?

Die Bergwanderung des Trios findet dazu noch aus traurigem Anlass statt. Der ehemals Vierte im Bunde ist gestorben. Ihm zum Gedenken schleppen sich die Freunde den Berg hoch, den man natürlich genauso gut auch mit einem Auto hätte befahren können. Etwa zwei Stunden mit Pause begleitet das Publikum Tony, Daniel und Sam nach oben auf den Gipfel und dabei hinunter in die Untiefen ihrer Gefühle.

Der Humor ergibt sich aus den Streitereien der Figuren und aus ihren speziellen Eigenheiten. Die Handlung ist zwar überschaubar, aber die Dialoge haben es in sich – unter anderem in Sachen Sex. Lustig, weil völlig grotesk, ist die Hochzeitsrede, die Sam vor seinen fassungslosen Freunden übt. Nicht nur, dass er den Namen seiner Schwiegereltern in spe nicht kennt, sogar die Braut verwechselt er mit ihrer Vorgängerin. Aber zumindest kann er zielsicher anbringen, dass sich eine Ehe günstig auf die Einkommenssteuer auswirkt.

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Jens Kalkhorst lässt das Stück im ersten Teil im Zuschauerraum spielen (Bühnenbild: Sarah Schöpp und Heiko Siedenbiegel). Das ist choreografisch gar nicht so einfach umzusetzen, da sich die Schauspieler mit ihrem Gepäck zwischen den Tischen der ersten Reihen bewegen müssen. Deshalb sieht man auch gern darüber hinweg, dass plötzlich auf dem Berg ein Zelt und andere Dinge auftauchen, die vorher nicht in den Rucksäcken waren.

Fazit: Ein amüsantes Stück, dessen kurzweilige Erstaufführung Maßstäbe setzt.