1. Kultur

Andy Dino Iussa und Olaf Reitz: Projekt zum Wuppertaler Beuys-Festival

Andy Dino Iussa und Olaf Reitz : Projekt zum Wuppertaler Beuys-Festival

Zum 100. Geburtstag von Joseph Beuys findet im Juni 2021 das Wuppertaler Performance-Festival „die unendlichkeit des augenblicks – performances nach joseph beuys“ statt. Der Beitrag von Reitz und Iussa beginnt mit seiner ersten Phase schon jetzt.

Ihr Projekt „ICH BIN ALLE“ gliedert sich in die Teile „ICH“ (Sprich Deine Wunde) und „ALLE“ (Erkenne Dich im Andern). Die Arbeit macht die Beuys-Installation „Zeige Deine Wunde“ (1976) zum Ausgangspunkt einer eigenen Untersuchung. „Zeige deine Wunde, weil man die Krankheit offenbaren muss, die man heilen will. Der Raum […] spricht von der Krankheit der Gesellschaft“, so Beuys. Daran knüpfen Reitz und Iussa an und laden als Zuhörer und Sammler interessierte Menschen zur Sprechstunde ein: „Zeigen Sie Ihre Wunde! Erzählen Sie hier von Ihren Wunden, von einer Verletzung, einem Schmerz oder einer Angst!“

Dieser Einladung zur Mitwirkung an Teil 1 kann man auf zwei Wegen folgen: vom 16. April bis 18. April in der eigens eingerichteten „Wundstation“ in der Barmer Bahnhofsbuchhandlung und vom 30. April bis 2. Mai im „Wundzentrum“ online (Videochat) oder über Telefon. Falls die Verfügungen der Corona-Schutzverordnung Besuche im Barmer Bahnhof nicht zulassen sollten, werden sämtliche Sprechstunden online und telefonisch angeboten. Die hier gesammelten Erzählungen sind Material für den zweiten Teil des Projekts (ALLE). Sie fließen anonymisiert in ein Hörstück ein, das Teil einer Performance in der Beuys-Woche (2. bis 6. Juni) sein wird.

Hierfür schaffen Reitz und Iussa einen Raum, in dem Besucherinnen und Besucher sich „im Antlitz des anderen“ erkennen können – auch als schöpferisches, soziales Wesen. Um es mit Martin Buber zu sagen: „Der Mensch wird am Du zum Ich.“ Dieser Raum wird die „Heilkünstlerei“ sein, die die Künstler mit diesem Projekt eröffnen: der ehemalige Blumenladen am Eingang zum Ev. Friedhof Hugostraße. Der an einen Pavillon erinnernde wunderschöne Bau liegt unterhalb des Nordparks an der Ecke Hugostraße / Waisenstraße.

Anmeldemöglichkeiten, Infos sowie aktuelle Anpassungen der Projektdurchführung im Rahmen der Corona-Schutzverordnung gibt es unter heilkuenstlerei.art

 Der ehemalige Blumenladen am Eingang zum Ev. Friedhof Hugostraße.
Der ehemalige Blumenladen am Eingang zum Ev. Friedhof Hugostraße. Foto: Iussa