Nach Toreschluss - die Wochenendsatire BUKA statt BUGA

Wuppertal · Rundschau-Kolumnist Roderich Trapp macht Pause. Damit Sie trotzdem was zu lachen haben, greifen wir ins Archiv und bieten Ihnen noch einmal die Glosse vom 19. Mai 2018 an. Damals hat sich Roderich Trapp erstmals mit der BUGA beschäftigt, die wir ja nun ziemlich wahrscheinlich tatsächlich kriegen. Vor vier Jahren standen wir noch staunend vor dem Konzept. Und kurioser Zufall: Diese Woche hat die Queen ihr Thronjubiläum gefeiert, seinerzeit stand die Hochzeit der mittlerweile aus dem royalen Zirkus ausgestiegenen Harry und Maghan kurz bevor ...

 Roderich Trapp.

Roderich Trapp.

Foto: Wuppertaler Rundschau/Max Höllwarth

Der Blumenschmuck für die royale Hochzeit von Harry und seiner Meghan kostet rund 125.000 Euro. Das erscheint auf den ersten Blick viel, zumal der Partyprinz ja nur eine Bürgerliche heiratet. Seit Donnerstag wissen wir allerdings, dass man für Blumen auch noch deutlich mehr ausgeben kann. Speziell, wenn man eine Bundesgartenschau veranstalten will.

Wuppertal würde die BUGA 50 Millionen Euro kosten. Dafür könnte man natürlich auch 400 Wuppertaler Hochzeiten floral auf höchstem königlichem Niveau ausstatten, aber von einer BUGA hätten die Einheimischen dann wohl doch etwas mehr. Viele Projekte, die da entstehen, sollen ja danach dauerhaft bleiben. Natürlich auch die dolle 700 Meter lange Hängebrücke quer über das Wupper-Tal, die sich die Planer ausgedacht haben.

Diese Brücke schafft genau wie die Hochzeit heute in England eine Art royale Verbindung, weil sie zwischen den adligen Erhebungen Kaiserhöhe und Königshöhe hängen soll. Eine ähnliche Konstruktion habe ich zuletzt im Kino-Kracher „Indiana Jones und der Tempel des Todes“ gesehen, die hat da allerdings nicht lange gehalten.

Ich finde die Idee trotzdem gut, weil so eine Brücke auch symbolische Kraft hätte. Denn Hängebrücken hängen ja bestimmungsgemäß durch. Und mit Durchhängern hat Wuppertal gerade im Hinblick auf die drei großen „F“ – Finanzen, Fußball, Ferkehr (kleiner Scherz) – viel Erfahrung.

Schön fände ich auch die vorgesehene Seilbahn den Zoo hinauf, weil viele von uns bis zur sich jetzt abzeichnenden Realisierung der BUGA so um das Jahr 2030 zu Fuß garantiert nicht mehr da hochkommen. Das lässt uns aber immerhin jede Menge Zeit, die vielen neuen Begriffe rund um das BUGA-Konzept zu lernen. Da gibt es beispielsweise den „Korrespondenzbereich Nützenberg“. Korrespondenzbereich habe ich noch nie gehört, dem Namen nach könnte man so was wie eine Poststelle dahinter vermuten. Im Wald am Nützenberg habe ich aber noch nie einen Briefträger getroffen.

Außerdem stehen im Konzept auch „Pocket Parks“. Die finde ich sehr interessant. Möglicherweise haben die Planer hier eine Antwort auf den alten Spruch „Bin ich Jesus? Wächst mir Gras aus den Taschen?“ gefunden, indem sie die Bevölkerung ermuntern, im Zuge der BUGA kleine Pflanzenarrangements in ihr Bekleidungskonzept einzubinden. So würden die auswärtigen Besucher quasi überall auf grünende und blühende Wuppertaler BUGA-Botschafter treffen. Theoretisch eine schöne Vorstellung. Da ich aber leider praktisch keinen grünen, sondern eher einen braunen Daumen habe, würde ich dabei grandios scheitern und hätte am Ende bestimmt wieder nur ein Pfund Mutterboden und zwei Brennnesseln in der Jackentasche.

In diesem Zusammenhang könnte ich auch noch einen schnell umsetzbaren Alternativvorschlag machen, wenn es mit der BUGA aus finanziellen Gründen nichts wird: Ich würde mich bereit erklären, ersatzweise bei uns im Garten eine Bundesunkrautausstellung (kurz: BUKA) zu veranstalten.

Großer Vorteil: Die BUKA ist heute schon so gut wie fertig und die Investitionskosten sind gleich Null.

Bis die Tage!

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