Aus dem Tagebuch der Redaktion Hundsmiserabel

Wuppertal · "Tiere", so lautet eine uralte journalistische Erfahrung, "gehen immer." In der Tat lockt man mit kaum einem ernsthaften gesellschaftlichen Thema ähnlich viele Leser aus der Reserve wie mit Geschichten über das Wohl und Wehe speziell von Haustieren.

 Rundschau-Redakteur Roderich Trapp.

Rundschau-Redakteur Roderich Trapp.

Foto: Bettina Osswald

Den Rundschau-Leserbriefrekord hält daher auch bis heute die Story über eine Katze, die schwer verletzt im Müll gefunden und dann von der Polizei erschossen wurde.

Dementsprechend oft erreichen uns auch alle möglichen Hinweise rund um lokale Vorkommnisse mit Hund (sehr häufig), Katze (manchmal) und Maus (eher selten). Diese Woche meldete sich eine Leserin mit einem möglicherweise weiteren Kapitel aus dem schon ewig währenden Streit zwischen Hundebesitzern und Spaziergängern auf Scharpenacken. Sie mutmaßt, dass ihr kleiner Malteser am 12. Januar beim Besuch der dortigen "Hundewiese" Rattengift gefressen habe, das dort ganz bestimmt von Hundehassern ausgelegt worden sein müsse. Am Tag danach habe er jedenfalls Blut gespuckt, und sei fünf Stunden beim Notarzt gewesen, der die Vergiftung bestätigte. Sie wolle den Vorgang aber anonym behandelt wissen ...

Es geht auch ganz anders: Mit seinem Namen steht ein Rundschau-Leser für die Aktion, mit der er Hundebesitzer in Langerfeld zurechtweisen will. "Wir sind es leid — trotz Ansprechen der Hunde-Leute nimmt der Dreck kein Ende", erklärt er die Tatsache, dass er jetzt ein Plakat folgenden Inhalts an einen Baum in der Langerfelder Straße gehängt hat: "Service Hunde-Scheiße: Wir bringen Ihre Hunde-Scheiße frei Haus in Ihren Briefkasten. Für den Hunde-Urin gibt es noch einen halben Liter Schweine-Jauche vom Bauer Nettelbeck. Alles unverpackt und lose in Ihren Briefkasten. Dazu noch eine Anzeige beim Ordnungsamt."

Aus diesen Worten, die uns der Verfasser zur "Info für die Rundschau" per Fax übermittelt hat, kann man eine gewisse Verärgerung herauslesen. Wir möchten aber in diesem Fall genau so wenig wie in dem des vielleicht vergifteten Maltesers Hundepolizei spielen, sondern können nur einmal mehr an den gesunden Menschenverstand von Hundefreunden und Hundefeinden appellieren. Und wenn wir ganz ehrlich sind, hätte wir beide Vorgänge normalerweise auch eher zur Seite gelegt. Aber Tiere gehen ja immer ...