Kommentar zur „Ergänzung“ für Pallas Athene Gelungene Lösung

Wuppertal · In der Diskussion um die Pallas-Athene-Statue des umstrittenen Bildhauers Arno Breker vor dem Dörpfeld-Gymnasium schlugen vor Jahren die Wogen hoch. Bis nach Düsseldorf. Von dort stammten auch die Idee sowie das Geld, im Rahmen eines Wettbewerbes für eine „künstlerische Kommentierung“ der Statue zu sorgen.

Stefan Seitz.

Stefan Seitz.

Foto: Bettina Osswald

Dieser Wettbewerb ist abgeschlossen – und was das Ergebnis ist, können Sie oben auf dieser Seite nachlesen. Wenn auch das Bildmaterial der Fernrohr-Skulptur „Eulensicht“ von Azra Akšamija, das der Presse zur Verfügung gestellt wurde, in Sachen Griffigkeit und Anschaulichkeit sehr zu wünschen übrig lässt: Ich glaube, die nach einem intensiven Jury-Verfahren gefundene Lösung wird dem Thema, um das es geht, gerecht.

Es ist kein plakativer „Knaller“, der zukünftig neben der schlanken und heiß diskutierten Bronze am Johannisberg stehen wird, sondern ein zurückhaltendes, bewegliches Objekt. Außerdem wird das gesamte Umfeld grün gestaltet – sowie nachts mit einem nachdenklich stimmenden Text illuminiert.

Apropos Nachdenken: Das muss durchaus, wer den „Rahmen“ für den Pallas-Athene-Kopf, der durchs Fernrohr sichtbar wird, verstehen möchte. Aber gegen das Nachdenken über (politische) Vergangenheit und (künstlerische) Bedeutungen ist ja nichts zu sagen.

Im Gegenteil. Das wird sicher auch ein Auftrag für den Unterricht am Dörpfeld-Gymnasium sein. Die Schulgemeinde hatte sich sehr engagiert in die gesamte Debatte ein- und diese vorwärtsgebracht.

Außerdem wird die „Eulensicht“ eine Ergänzung des aus bisher neun Kunstwerken bestehenden „Skulpturenparks Johannisberg“ sein: Diesen „Park“, der eigentlich eine Strecke zwischen Stadthalle und Sparkassen-Glashalle markiert, kennt zwar kaum jemand. Er hätte aber mehr Aufmerksamkeit verdient.

Nicht zu vergessen: Der Weg zwischen Stadthalle und Innenstadt am Dörpfeld-Gymnasium entlang wird sehr stark frequentiert. Ich finde es gut und wichtig, dass es hier in Zukunft (geplant ist die Realisierung bis Ende des Jahres) mit Pallas Athene plus „Eulensicht“ einen ungewöhnlichen „Aussichtspunkt“ gibt.

Möge er sich zu Diskussionen anregend entwickeln – und vandalismusfrei bleiben.

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