Umstrittene Breker-Statue Erleuchtender Eulenkopf als Kontrapunkt am WDG

Wuppertal · Die wegen der NS-Vergangenheit ihres Schöpfers umstrittene Bronzeskulptur „Pallas Athene“ von Arno Breker kehrt wieder zurück zum Eingangsbereich des Wilhelm-Dörpfeld-Gymnasiums. Und sie bekommt Gesellschaft.

 WR Pallas Athene Eulensicht Visualisierung 2024

WR Pallas Athene Eulensicht Visualisierung 2024

Foto: Azra Akšamija

Den vom Land NRW finanzierten Wettbewerb zur künstlerischen Kommentierung hat die in den USA lebende österreichische Künstlerin Azra Akšamija mit ihrer beweglichen, etwa 1,80 Meter großen Skulptur „Eulensicht“ gewonnen.

„Eulensicht“ funktioniert wie ein gegenüber der kriegerischen „Pallas Athene“ montiertes, eulenkopfartiges Fernrohr, kann von Menschen aller Körpergrößen, auch Rollstuhlfahrern, genutzt werden – und schaut immer auf die Breker-Statue. Allerdings hat das dann sichtbare Bild eine besondere Rahmung: Ein schwarzes, dem typischen NS-Stil nachempfundenes Pallas-Athene-Schema umgibt den Breker-Kopf der Göttin – und verweist damit auf die Problem-Geschichte des Lieblingsbildhauers von Adolf Hitler.

Errichtet wird für beide Kunstwerke ein gepflastertes, bepflanztes Plateau mit Sitzgelegenheiten. Beim Material nimmt „Eulensicht“ die Farben der „Pallas Athene“ auf. Nachts wird die Szenerie beleuchtet werden – und an der Schulwand das Zitat „Wer sich nicht an die Vergangenheit erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen“ des spanischen Philosophen George Santayana zu lesen sein.

Roland Mönig, Direktor des Von der Heydt-Museums, sagt über „Eulensicht“: „Diese Arbeit bringt Licht in ein Dunkel und aktiviert das Sehen auf neue Weise.“ Das Fazit von Claudia Schweizer-Motte, Leiterin des Wilhelm-Dörpfeld-Gymnasiums: „Wir sind über den Ausgang des Wettbewerbes sehr froh. Das Kunstwerk wird allen Menschen gerecht.“

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