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Kommentar zum Laurentiusplatz: Der erste Schritt in die Zukunft

Kommentar zum Laurentiusplatz : Der erste Schritt in die Zukunft

Liebes Tagebuch – dass ich das noch erleben darf! Wie oft ich schon darüber gesprochen oder es hier an dieser Stelle „gefordert“ habe, weiß ich gar nicht mehr: Jetzt aber scheint der gordische Knoten durchschlagen, und auf Initiative der Bezirksvertretung Elberfeld kommt der Stein ins Rollen. Endlich, endlich soll das Stück der Friedrich-Ebert-Straße, das der St.-Laurentius-Kirche genau gegenüber liegt, für Autos gesperrt werden.

Ein eigentlich nur sehr kurzes Stück Straße, aber ein Stück mit wichtiger Signalwirkung. Es wird in Zukunft – aus der Stadtverwaltung hört man, dass es bereits im Spätsommer soweit sein könne – möglich sein, ohne von fahrenden oder parkenden Autos gestört zu werden, vom Platz die gegenüber liegenden Cafés und Geschäfte zu erreichen.

Es wird möglich sein, in Ruhe vor und in besagten Cafés zu sitzen. Es wird möglich sein, den Platz und die dortigen Menschen ungehindert zu sehen. Und natürlich wird es für die Teams der Cafés gefahrlos möglich sein, ihre Gäste diesseits und jenseits der Kopfsteinpflasterstrecke zu bedienen.  Um es kurz zu machen: Es wird möglich sein, dass wir an dieser atmosphärisch so attraktiven Stelle Elberfelds echtes südländisches City-Flair erleben können. Man wird sicherstellen müssen, dass Anlieferungen der Geschäfte – auch jenseits des Platzes – durch größere Fahrzeuge, die nicht um sehr enge Kurven kommen, bis meinetwegen um 11 Uhr erlaubt sind. Ob Taxen das Ganze auch passieren dürfen, darüber könnte man diskutieren.

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Ich will die Latte gar nicht so hoch hängen, diese kleine Kfz-Sperrung gleich mit der ganz großen Nummer „Verkehrswende“ in Verbindung zu bringen. Es ist, finde ich, „einfach nur“ ein Schritt in die Zukunft von mehr Lebensqualität. Das Verkehrsressort hat jetzt die Aufgabe, die Autos, die es im Viertel auch weiterhin geben wird, so zu lenken, dass nicht Ärger an anderer Stelle entsteht. Das ist wahrscheinlich gar keine so leicht zu knackende Nuss ...

Grundsätzlich: Areale wie das Luisen- beziehungsweise Laurentiusviertel haben das Potenzial, eines Tages in ihrem Kerngebiet komplett autofrei zu werden. Die aktuelle Entscheidung am Laurentiusplatz ist deswegen ein wichtiges Signal.

Zum Thema Parken: Entlang der Poller-Linie fallen vielleicht zehn oder zwölf Parkplätze weg. Angesichts der Parkmöglichkeiten am Rand des Viertels oder auch zum Beispiel mit dem Parkplatz hinter „Staples“ ist das zu verkraften. Und wenn das lautstarke Show-Autofahren – das „Laurenz-Cruisen“ – jetzt ein Stück weit ausgebremst wird, ist noch zusätzlich etwas in Sachen Lebensqualität gewonnen.

Ich wünsche mir sehr, dass auch die, die Sperrung für schädlich und gefährlich halten, sich werden überzeugen lassen: Davon, dass eine moderne Stadt, die solche Schritte wagt, ihren Menschen nicht schadet, sondern ihnen etwas Gutes tut.