1. Karneval

Närrische Majestäten im Wuppertaler Rathaus

Session 2019/20 : Närrische Majestäten im Rathaus

Der Hoppeditz wird schon langsam unruhig. Doch bevor er am Montag (11. November 2019) wieder erwacht und die fünfte Jahreszeit einläutet, stellten sich das neue Wuppertaler Prinzenpaar und das Kinderprinzenpaar im Rathaus vor. Oberbürgermeister Andreas Mucke empfing die närrischen Hoheiten.

Mit der Zeremonie im Ratssaal war Thomas Kemsies, der als Prinz Thomas II. das Wuppertaler Narrenvolk durch die Session begleiten wird, bestens vertraut. Schon mehrere Prinzenpaare chauffierte der bei den Stadtwerken beschäftigte Schreiner in den vergangenen Sessionen als Fahrer. Etwas Lampenfieber kam während des Empfangs bei der städtischen Oberaufsicht dann aber doch noch auf. „Ich bin schon ein bisschen nervös“, gestand der designierte Prinz dem Oberbürgermeister.

Daran, dass er ab sofort und noch bis Ende Februar künftig im Mittelpunkt steht, wird er sich gewöhnen müssen. Denn mit dem Hoppeditz-Erwachen beginnt seine Regentschaft über das Wuppertaler Narrenvolk. Und auch der nächste Termin steht schon an. Inklusive Premiere. Erstmals findet am Samstag, 16. November, in der Uni Halle die Prinzenproklamation statt. Und sind die Majestäten erstmal offiziell im Amt, geht’s auch schon los: Rund 150 Auftritte warten in den kommenden Wochen auf Prinz Thomas II. und seine Ehefrau und Prinzessin Christin I.

Hat sich beim Ehepaar Kemsies durch die bevorstehende Proklamation etwas verändert? „Mein Mann ist noch netter zu mir“, sagt Ehefrau Christin. Ja, ja – so ein Amt kann schon Einfluss auf einen haben: Ein Karnevalsprinz für Wuppertal und ein „Prince Charming“ für daheim. Auch in der Werkstatt der WSW hat es sich herumgesprochen, dass Thomas Kemsies bald als Prinz das Narrenvolk regiert. „Es ist der übliche Flachs. Die Kollegen sprechen mich nun schon mal als Hoheit an“, erzählt der Schreiner.

Trotz der großen Freude über das neue Prinzenpaar, das Kinderprinzenpaar und die feierliche Proklamation mit der Premiere in der Uni Halle, gibt es einen Wermutstropfen. Wilfried Michaelis, Präsident des Carneval Comitee Wuppertal (CCW), beklagt die Vielfalt der bürokratischen Sicherheitsauflagen in Bezug auf den Rosensonntagszug: „Wir müssen erneut so viele Unterlagen einreichen, als ob wir noch nie einen Karnevalszug organisiert hätten.“

Oberbürgermeister Mucke, der den Umzug wieder auf dem Prinzenwagen erleben möchte, stellte dagegen sich selbst und der Stadt ein gutes närrisches Zeugnis aus. „Ich kann mich an keinen Wuppertaler OB erinnern, der sich so wie ich im Karneval engagiert hat.“ Wie groß das Engagement der Politik ist, belegen die Zahlen. Der städtische Zuschuss wurde von 2.500 Euro auf 5.000 Euro verdoppelt. Allerdings blicken die Karnevalisten auch auf Zeiten zurück, in denen die Stadt noch 10.000 Euro für das jecken Treiben in der Stadt locker machte.