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Cochlea-Implantate: Ein Weg aus der Stille

Gesundheit : Cochlea-Implantate: Ein Weg aus der Stille

In der Wuppertaler St.-Anna-Klinik wurde Mitte September vom Team der Klinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde das 100. Cochlea-Implantat eingesetzt.

Anke Schmidt (Name geändert, Anm. der Redaktion) entwickelte in ihrer Jugend eine beidseitige hochgradige Schwerhörigkeit und war zeitlebens auf Hörgeräte angewiesen. Über ein Jahrzehnt nach der Diagnose stellte sich bei ihr ein zunehmend schlechteres Hören ein, das ihr deutliche Schwierigkeiten im Alltag bereitet.

Prof. Dr. Götz Lehnerdt, Chefarzt der Klinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, riet ihr zu einem Cochlea-Implantat (CI), das die Hörnerven stimuliert, statt, wie herkömmliche Hörgeräte, Schallwellen zu verstärken. „Selbst hochgradig schwerhörige Patienten, taubgeborene Kinder oder durch einen Unfall Ertaubte können dank eines CI wieder hören“, erklärt Prof. Dr. Lehnerdt. Dazu wird im Schädelknochen hinter dem Ohr eine Empfangsspule befestigt. Durch eine kleine Öffnung wird der Elektrodenträger in die Hörschnecke eingeführt, wodurch die Hörnerven mit elektrischen Impulsen gereizt werden.

Als Anke Schmidt 2019 das erste und dieses Jahr schließlich das zweite Implantat eingesetzt werden, war der positive Effekt deutlich zu spüren. Das CI ermöglicht die Wahrnehmung einer größeren Bandbreite von Tönen und, dank anschließender Therapie und Betreuung, die Minimierung von Störgeräuschen. Die Patienten gewinnen Lebensqualität zurück und können endlich wieder am Sozialleben teilnehmen.