Wuppertaler Karel-Gott-Fanclub: „Mit ihm Teil meines Lebens gestorben“

Karel-Gott-Fanclub : „Mit ihm ist ein Teil meines Lebens gestorben“

Die Wuppertalerin Heidi Bergmann gründete vor 44 Jahren den ersten deutschen Karel-Gott-Fanclub. Im Lauf der Jahre entwickelte sich ein freundschaftliches Verhältnis zwischen ihr und der „Goldenen Stimme aus Prag“. Der Tod des beliebten Sängers trifft sie hart.

Heidi Bergmann ist gerade aus dem Urlaub zurück, als sie am Mittwoch, 2. Oktober, die Nachricht bekommt, dass in der Nacht Karel Gott im Alter von 80 Jahren gestorben ist. „Ich musste mich setzen und meinen Tränen freien Lauf lassen. Er war so ein lieber und netter Mensch. Dass er nicht mehr ist, tut einfach weh“, berichtet sie von dem Moment, der einen Schlussstrich unter ein Kapitel ihres Lebens zieht, das im Sommer 1974 mit dem Lied „Weißt Du wohin“ beginnt.

„Als ich das im Radio hörte, war ich infiziert von dieser schönen Stimme“, erinnert sie sich. Und Wochen später trifft sie den Sänger nach einem Konzert in Wuppertal persönlich und ist so angetan von seiner offenen und herzlichen Art, dass sie Anfang 1975 den ersten Karel-Gott-Fanclub in Deutschland gründet.

Mehr noch: Fast jedes Jahr fliegt sie nun zum Konzert nach Prag – und eines Tages fasst sie sich ein Herz und klingelt an seiner Villa. „Das war 2000, da stand ich mit klopfendem Herzen vor der Tür, gespannt darauf, wie er reagiert. Er sah mich an, wusste sofort, dass ich aus Wuppertal komme, und bat mich herein, stellte mich seiner Ehefrau Ivana und den Töchtern Charlotte und Nelli vor. Wir haben uns unterhalten, zusammen Kaffee und Kuchen genossen und zum Abschied hat Charlotte mir ein selbst gemaltes Bild geschenkt.“

Sie bleiben in Kontakt, schreiben sich, telefonieren regelmäßig. Als Heidi Bergmann einmal ernsthaft erkrankt, schickt Karel Gott ihr Blumen und liebe Genesungswünsche. 2015 dann der Schock: Der Sänger teilt mit, dass er Lymphdrüsenkrebs habe. „Ab da hatte ich Angst um ihn, habe auch Ende 2016, nach 41 Jahren, die Fan-Club-Aktivitäten eingestellt. Und gehofft, dass er den Kampf gegen die Krankheit gewinnt. Danach sah es ja aus. Bis jetzt im September bei ihm Leukämie diagnostiziert wurde. Das war erneut bitter für mich, doch dass er so rasch daran sterben würde, damit habe ich nicht gerechnet“, so die 77-Jährige erschüttert.

Sie zeigt auf die vielen Karten von Karel Gott, die an der Wand im Wohnzimmer ihrer Wohnung an der Hagenauer Straße hängen, die unzähligen Zeitungsberichte über ihn, die sie gesammelt hat und sagt: „Trotz seiner zahlreichen Hits wie die ,Kleine Biene Maja’ und seinem weltweiten Ruhm war er stets ein bodenständiger, humorvoller und gütiger Mensch, eine faszinierende Persönlichkeit. Mit ihm ist ein Teil meines Lebens gestorben. Doch in meinem Herzen lebt er weiter und seine Lieder sind ohnehin unvergänglich. Das tröstet.“