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Gedenken an die November-Progrome in Wuppertal

Montag ab 18 Uhr : Gedenken an die November-Progrome

An der Alten Freiheit in Elberfeld beginnt am Montag (9. November 2020) um 18 Uhr eine Gedenkdemonstration zum 82. Jahrestag der November-Pogrome.

Es sprechen unter anderem Vertreterinnen und Vertreter der Initiative „Karawane“, die sich für die Rechte von Flüchtlingen sowie Migrantinnen und Migranten einsetzt, der „Seebrücke Wuppertal“, Gerd-Peter Zielezinski (Die Linke) und Uli Klan (Armin-T.-Wegner-Gesellschaft). Erinnert wird an das Pogrom 1938 in Wuppertal. Beiträge soll es auch „zu den antisemitischen, antiziganistischen und rassistischen Morden in Hanau und Halle, zu den rechten Strukturen bei der Polizei, zu den islamistischen Morden in Dresden, Paris; Nizza und Wien und zur Situation in Moria“ geben, heißt es.

An der Polizeiwache Hofkamp soll eine Gedenktafel in Erinnerung an den Polizeigewerkschafter und Antifaschisten Johannes Pauli übergeben werden, an der Alten Synagoge wird die Geschichte der Wuppertalerin Jane (Goldschmidt) Keibel erzählt, die heute in Burlington (USA) lebt. Die 96-Jährige wurde während des November-Pogroms in Barmen angegriffen. 1939 versuchten sie und ihre Familie mit der „St. Louis“ Asyl in Kuba und in den USA zu finden. Doch die meisten der 937 Passagiere, nahezu ausnahmslos deutsche Jüdinnen und Juden, die ein halbes Jahr nach den gewalttätigen Ausschreitungen aus dem nationalsozialistischen Deutschland geflüchtet waren, wurden sowohl von Kuba als auch von den USA abgewiesen. Das Schiff musste nach Europa zurückkehren.

Die Flüchtlinge wurden schließlich in vier westeuropäische Ländern verteilt. Der Schutz war aber nur von kurzer Dauer. 1940 besetzte die Wehrmacht ganz Westeuropa und viele der ehemaligen St.-Louis-Passagiere gerieten in die Gewalt der Nazis. 254 ehemalige Passagiere wurden ermordet. Jane Keibel und ihre Familie können sich noch rechtzeitig retten. Ende 1939 gelang doch noch die Einreise in die USA.