"Klein, aber fein ..."

Zum 100-Jährigen verzichteten die Mitglieder des Kleingartenvereins Hippenberg-Wüsterhof an der August-Bebel-Straße auf eine große Feier und zeigten viel Herz für todkranke Kinder.

"Der Blitz hat vor Jahren mal eine große Pappel gespalten, aber das war es dann auch schon mit den außergewöhnlichen Vorfällen hier in der Anlage", sagt Ilse Mayer-Braun und lächelt hintergründig. So, als ob da noch was, eher delikateres, wäre... Doch die Vorsitzende der Kleingartenanlage Hippenberg-Wüsterhof berichtet lieber über die lange Geschichte der Laubenpieper, die jetzt ihr 100-Jähriges feierten.

Vom Beginn 1915, davon, wie während und nach dem Zweiten Weltkrieg die grüne Oase an der August-Bebel-Straße vielen Menschen längerfristig als Heimat diente, von der über viele Jahre gewachsenen und guten Gemeinschaft der Kleingärtner. Zu der übrigens auch hin und wieder Feuerwehrleute aus der benachbarten Hauptfeuerwache gehören. "Wenn die riechen, dass wir grillen, kommen sie gern mal auf 'ne Bratwurst vorbei, reihen sich für einen kurzen Moment ein", so die Vorsitzende. Dass Hippenberg-Wüsterhof seinerzeit zum Neubau der Wache zehn Kleingärten opfern musste, fällt da nicht ins Gewicht.

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"Schlimmer getroffen hat uns 1971 das Bauvorhaben oberhalb an der Greifswalder Straße. 65 Gärten mussten geräumt und zur Verfügung gestellt werden", ergänzt der stellvertretende Vorsitzende Stefan Kasinski. Immerhin, als Entschädigung konnte der Kleingartenverein ein Plus von knapp 330.000 Mark auf dem Konto verbuchen. Reduzierte sich der Bestand durch die "vorordneten Schrumpfkuren" von 114 auf 39, hat sich an einer Devise bis heute nichts geändert: "Klein, aber fein" — so bringt es Lothar Stein, stellvertretender Vorsitzender des Wuppertaler Kreisverbandes der Kleingärtner, auf den Nenner.

Gekommen, um zum 100-Jährigen mit einer Urkunde zu gratulieren, bestätigte die entsprechende Feier im überschaubaren Rahmen der aktiven Mitglieder und ihrer Familien rundum seine Aussage: Da wurden leckere Gerichte serviert, erlesene, aber auch profane Getränke gereicht, hielt die gute Stimmung bis in die frühen Morgenstunden an. Und nicht nur das: "Wir haben bewusst auf eine große Feier zum Jubiläum verzichtet, um aus der Vereinskasse 1.000 Euro für das Kinderhospiz Burgholz spenden zu können. Denn das und die Kinder dort liegen uns allen am Herzen", erklärt Ilse Mayer-Braun.

(Rundschau Verlagsgesellschaft)