Elberfelder City Es geht voran mit der Ex-Kaufhof-Immobilie

Wuppertal · Die Stadt ist ihrem Ziel, das ehemalige Galeria-Kaufhof-Gebäude am Neumarkt zu erwerben, einen Schritt nähergekommen. In einer gemeinsamen Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung, des Schulausschusses und der Bezirksvertretung Elberfeld sprach sich am Donnerstag (2. Juli 2026) jeweils eine deutliche Mehrheit dafür aus, der Verwaltung den Einstieg in konkrete Kaufverhandlungen zu ermöglichen.

Eine Visualisierung, wie das Gebäude in Zukunft aussehen könnte.

Foto: BM+P Architektur PartGmbB

Die endgültige Entscheidung trifft allerdings erst der Rat am 13. Juli. Die Stadt verfolgt das Ziel, das seit dem vergangenen Jahr leer stehende Gebäude zu einem neuen Bildungs- und Begegnungsort umzubauen. Vorgesehen sind unter anderem die Zentralbibliothek, das Bergische Weiterbildungskolleg sowie Flächen für die Volkshochschule. Ergänzt werden soll das Konzept durch Gastronomie, Einzelhandel, studentisches Wohnen und weitere Nutzungen. Ein endgültiges Nutzungskonzept wird mit dem jetzigen Beschluss jedoch noch nicht festgelegt.

Oberbürgermeisterin Miriam Scherff machte zu Beginn der Sitzung deutlich, dass die beauftragten Untersuchungen inzwischen abgeschlossen seien. Die technische Machbarkeitsstudie habe gezeigt, dass sich die vorgesehenen Nutzungen grundsätzlich im Gebäude realisieren ließen. Mit dem Beschluss gehe es deshalb zunächst darum, die Verwaltung in Kaufverhandlungen eintreten zu lassen. Ein Konzept für Zwischennutzungen und die weitere Entwicklung des Gebäudes soll erst im ersten Quartal 2027 vorgelegt werden.

Ausführlich diskutiert wurde dagegen die Kostenfrage. Vor allem aus den Reihen der FDP wurde kritisiert, dass bislang weder Kaufpreis noch Umbau- und spätere Betriebskosten bekannt seien. Zwar unterstütze die Fraktion der Liberalen ausdrücklich die Idee, Bibliothek und Bildungseinrichtungen an diesem zentralen Standort zu bündeln, ohne belastbare Zahlen sei eine abschließende Entscheidung jedoch nicht möglich. Deshalb enthielt sich die FDP bei der Abstimmung – und forderte bis zur nächsten Beratungsrunde weitere Informationen ein.

Auch weitere Ratsmitglieder äußerten Bedenken aufgrund der finanziellen Risiken und der langfristigen Folgekosten. Mehrfach wurde gefordert, zunächst ein vollständiges Wirtschaftskonzept vorzulegen, bevor die Stadt eine so weitreichende Entscheidung treffe.

Die Mehrheit der Ausschussmitglieder stellte dem jedoch die Chancen für die Innenstadtentwicklung gegenüber. Vertreter mehrerer Fraktionen bezeichneten die Immobilie als „Schlüsselgebäude“ für Elberfeld. Würde die Stadt jetzt nicht handeln, drohte weiterer Leerstand – und ein weiterer Attraktivitätsverlust der Innenstadt. Zudem seien Bibliothek, Weiterbildungskolleg und zusätzliche öffentliche Einrichtungen Pflichtaufgaben der Stadt, für die andernfalls an anderer Stelle Lösungen gefunden werden müssten. Der Kauf biete die Chance, mehrere Herausforderungen gleichzeitig anzugehen und die Entwicklung der Innenstadt langfristig selbst zu steuern.

Auch die von der Stadt beauftragten Fachplaner bekräftigten ihre Einschätzung, dass sich die vorgesehenen Nutzungen technisch umsetzen ließen. Vertreter aus Architektur und Stadtgesellschaft warben ebenfalls dafür, die Chance zu nutzen und das Gebäude als zentrale Immobilie für die Zukunft Wuppertals zu sichern. Zugleich verwies die Verwaltung darauf, dass das konkrete Nutzungskonzept noch weiterentwickelt werden soll. Unter anderem sollen bis Anfang 2027 Vorschläge für ergänzende Nutzungen sowie mögliche Zwischennutzungen erarbeitet werden.

In allen drei Gremien fand der Vorschlag schließlich eine deutliche Mehrheit. Im Schulausschuss gab es zwei Gegenstimmen und eine Enthaltung – im Ausschuss für Stadtentwicklung drei Gegenstimmen und eine Enthaltung. Auch die Bezirksvertretung Elberfeld sprach sich mehrheitlich für die Vorlage aus.

Eine endgültige Entscheidung ist damit allerdings noch nicht gefallen. In der kommenden Woche befassen sich zunächst noch der Kultur-, der Finanz- sowie der Haupt- und Personalausschuss mit der Vorlage. Erst der Rat entscheidet am 13. Juli, ob die Stadt in Kaufverhandlungen einsteigen und den Erwerb der ehemaligen Kaufhof-Immobilie auf den Weg bringen soll.

Sollte der Rat zustimmen, kann die Verwaltung die Gespräche mit dem Eigentümer auf Grundlage der bis Ende August laufenden „Exklusivitätsvereinbarung“ fortführen. Erst danach wird sich zeigen, zu welchen Konditionen ein Kauf tatsächlich möglich ist.