Kosten noch nicht genannt Verwaltung empfiehlt Kauf des Ex-Kaufhof-Gebäudes

Wuppertal · Die Stadt Wuppertal schlägt vor, die Galeria-Kaufhof-Immobilie am Elberfelder Neumarkt selber zu erwerben. Die sei das Ergebnis einer „umfassenden Prüfung sowohl baulicher als auch wirtschaftlicher Fragen“, teilte die Verwaltung am Dienstag (23. Juni 2026) mit. Zu den möglichen Kosten wurde bislang nichts bekannt.

Eine mögliche neue Außenansicht (Visualisierung).

Foto: BM+P Architektur PartGmbB

„Im Ergebnis schlagen wir der Politik vor, das Gebäude zu kaufen“, so Oberbürgermeisterin Miriam Scherff. „Das ist für Wuppertal in unserer aktuellen Lage ein mutiger Vorschlag, das ist allen bewusst. Aber wir wollen an dieser zentralen Stelle das Heft des Handelns in die Hand nehmen, statt es wie in der Vergangenheit Dritten zu überlassen.“

Es sei ein klarer Paradigmenwechsel für die Stadt, betonte Scherff; „Aber Politik und Verwaltungsspitze sind sich einig, dass wir künftig die Entwicklung unserer Stadt, was solche Schlüsselimmobilien angeht, deutlich stärker selbst beeinflussen wollen. Daher habe ich dieses Projekt auch zur Chefinnensache gemacht und seit meinem Amtsantritt das Tempo forciert. Das Ziel ist, für unsere Elberfelder Innenstadt die Chance dieses Leerstandes zu ergreifen und eine Multifunktionsnutzung als Frequenzbringer mitten in der City zu schaffen.“

So könnte es künftig innen aussehen (Visualisierung).

Foto: BM+P Architektur PartGmbB

Ob dies „am Ende der Entwicklung tatsächlich die angedachten städtischen Nutzungen Bibliothek, Weiterbildungskolleg und Volkshochschule sein können oder andere“, sei dabei noch offen: „Der Politik und auch mir ist wichtig, dass am Ende ein stimmiges, realisierbares Gesamtkonzept steht. Daher soll es keine Vorfestlegungen auf einzelne Bausteine geben, für die es auch andere sinnvolle Lösungen geben kann.“

Der Rat der Stadt Wuppertal hatte die Verwaltung am 17. Februar 2025 beauftragt, eine Gesamtkonzeption für das Gebäude zu entwickeln und zu prüfen, ob die vorgesehenen kommunalen Bildungsnutzungen sowie weitere private Nutzungen realisiert werden können. Gleichzeitig sollte untersucht werden, ob eine Anmietung oder ein Erwerb des Gebäudes die wirtschaftlich sinnvollere Lösung darstellt.

Scherff hatte kurz nach Beginn ihrer Amtszeit ein verwaltungsinternes Projekt gestartet. Im Mittelpunkt standen „eine technische und planerische Ankaufsprüfung, die Untersuchung der vom Rat beschlossenen Nutzungsoptionen sowie eine vertiefte Wirtschaftlichkeitsuntersuchung mit Kosten-Nutzen-Analyse“. Ziel sei es gewesen, „die Vor- und Nachteile eines Erwerbs im Vergleich zu einer Anmietung oder einer Sanierung der bisherigen städtischen Standorte zu bewerten“.

Bau- und Stadtentwicklungsdezernent Gunnar Ohrndorf: „Die Untersuchungen kommen zu einem klaren Ergebnis: Zwar wäre in Bezug auf mögliche städtische Nutzungen die Sanierung bestehender städtischer Immobilien in der reinen Kostenbetrachtung die günstigste Variante, die Kosten-Nutzen-Analyse zeigt jedoch deutliche Vorteile für einen Ankauf. Neben positiven Effekten für die Entwicklung der Innenstadt bietet der Erwerb wirtschaftliche Vorteile gegenüber einer Anmietung, da das Gebäude in das Vermögen der Stadt übergeht und dauerhaft Werte geschaffen werden.“

Zugleich eröffne „ein kommunales Engagement die Chance, eines der wichtigsten Gebäude der Innenstadt als Dienstleistungs-, Gewerbe- und Begegnungsort aktiv zu gestalten und zusätzliche Impulse für Gastronomie und Einzelhandel zu setzen“.

Eine potenzielle Dachterrasse (Visualisierung).

Foto: BM+P Architektur PartGmbB

Im Rahmen der technischen Prüfung wurden unter anderem Statik, Flächenpotenziale, Umbaumöglichkeiten, Schadstoffe sowie denkmalrechtliche Fragen untersucht. „Die Ergebnisse zeigen, dass das Gebäude grundsätzlich für die angedachten, aber auch andere Nutzungen geeignet ist. Das Projekt eröffnet Perspektiven für neue innerstädtische Angebote und stärkt Elberfelds Funktion als Oberzentrum“, erklärt die Verwaltung.

Mit dem Eigentümer der Immobilie, einem US-amerikanischen Konsortium, „das nicht öffentlich in Erscheinung treten möchte“, wurde eine „Exklusivitätsvereinbarung bis Ende August 2026“ geschlossen. Sofern der Rat der Stadt Wuppertal in seiner Sitzung am 13. Juli 2026 den Erwerb beschließt, sollen die laufenden Verhandlungen bis dahin abgeschlossen und der Ankauf vollzogen werden.