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Handball-Bundesligist Bergischer HC am Samstag zu Gast in Wetzlar

Handball-Bundesliga: Samstag in Wetzlar : BHC will erfolgreichen Lernprozess fortsetzen

Die Erleichterung war bei Mannschaft, Trainer und allen, die es mit dem Handball-Bundesligisten Bergischen HC halten, groß, als die Löwen die Mannschaft von GWD Minden nach einem harten Kampf mit 25:24 geschlagen haben. Der Negativ-Lauf von vier Niederlagen ist vorbei, die Punkte 30 und 31 stehen auf der Habenseite. Darauf ausruhen kann sich das Team allerdings nicht. Direkt am Samstag (29. Mai 2021) geht es bei der HSG Wetzlar weiter. Anwurf in der Rittal Arena ist um 20:30 Uhr.

„Dass wir befreit und wie aus einem Guss aufspielen, war nicht zu erwarten gewesen“, blickt Trainer Sebastian Hinze auf das Kampfspiel gegen Minden zurück. „Das müssen wir uns wieder erarbeiten. Es war aber toll, zu sehen, dass wir während des Spiels dazugelernt haben und unsere Stabilität wiedergefunden haben.“ So absolvierten die Löwen eine starke Crunchtime. „Da sind wir zu guten Abschlüssen gekommen und haben mit Überzeugung gespielt. Insofern war es aus unserer Sicht auch verdient, dass die Momente des Glücks in diesem Spiel auf unserer Seite waren.“

Endlich wieder Zählbares aus einem Bundesliga-Match mitzunehmen, stärkt natürlich auch das Selbstvertrauen der Mannschaft. Ob sich das im Auswärtsspiel bei der HSG Wetzlar bemerkbar macht? „Zunächst einmal muss die Basis da sein, dann ist es während des Spiels vielleicht auch möglich, etwas freier zu agieren“, sagt Hinze. Mit Basis meint der Trainer die gewohnt starke Abwehr und eine disziplinierte Vorstellung im Angriff.

„Grundsätzlich habe ich das Gefühl, dass es uns gegen Wetzlar entgegenkommen würde, wenn beide Mannschaften viel im Positionsangriff spielen würden“, erläutert der Coach, der aber nicht daran denkt, das Tempo zu verschleppen. „Wenn wir die Chance haben, sollten wir sie auch nutzen. Da habe ich im Spiel gegen Minden auch eine Steigerung gesehen. Es gab Szenen, da hätten wir eine Woche zuvor noch abgebrochen. Diesmal hatten wir uns vorgenommen mutig zu agieren. Einen Fehlpass muss man dann auch mal in Kauf nehmen, aber beim Siegtor durch Jeffrey Boomhouwer sind wir dafür belohnt worden.“ Linus Arnesson hatte nach dem Ballgewinn in Windeseile geschaltet und den Niederländer mit einem scharfen Pass bedient.

  • Linus Arnesson, Max Darj und Trainer
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Die HSG Wetzlar stellt eine hohe Hürde dar. Im Hinspiel hatten die Löwen kaum Lösungen gegen die kompakte Deckung gefunden und mit 20:22 verloren. „Um gegen die Abwehr zum Erfolg zu kommen, müssen wir sie in Bewegung bringen“, weiß Hinze. Der Gegner ist allerdings herausragend besetzt. Kreisläufer Anton Lindskog hat in dieser Saison bereits 38 Bälle geblockt, aber auch der vor der Saison gekommene Philip Henningsson ist fester Bestandteil der Wetzlarer Verteidigung.

„Der Kader ist insgesamt qualitativ hochwertig und stellt dies auch während der gesamten Saison unter Beweis“, sagt Hinze und hebt aktuell vor allem Lenny Rubin hervor: „Er ist in absoluter Topform.“ Rubin ersetzt derzeit den verletzten Olle Forsell Schefvert im linken Rückraum. Ivan Srsen ist in diesen Tagen erste Wahl auf der anderen Rückraumseite, die sonst von Top-Torschütze Stefan Cavor besetzt wird. Er laboriert allerdings an einem Bruch des Mittelhandknochens. Ebenfalls fehlen wird wohl auch Spielmacher Alexander Feld. Auf seiner Position verfügt die HSG aber in Magnus Fredriksen und Filip Mirkulovski über weitere starke Spieler.

Beide Mannschaften haben am Mittwoch gespielt, doch Wetzlar hatte davor 13 Tage frei, während der BHC zwei Nachholspiele absolviert hat. „Sie stehen voll im Saft“, meint Hinze, der dies nicht über seinen kompletten Kader sagen kann. Max Darj hat gegen Minden durchgespielt, was auch dem kurzfristigen Ausfall von Tom Kare Nikolaisen (Magen-Darm-Infekt) geschuldet war. „Die Regenerationszeit ist kurz. Ich hoffe, Tom Kare ist bis Samstag wieder fit, und Max kommt wieder zu Kräften.“ Sollte das gelingen, stehen Hinze wohl erneut 18 Spieler zur Verfügung. Auf zwei davon muss er also bei den Mittelhessen verzichten.