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Handball-Bundesligist Bergischer HC verliert in Flensburg 22:29 (8:15)

Handball-Bundesliga: 22:29 (8:15) in Flensburg : BHC ohne Chance beim Tabellenführer

Der Handball-Bundesligist Bergischer HC hat auch das zweite Spiel auf seiner Nordtour verloren. Drei Tage nach dem 30:33 beim THW Kiel verlor das Team von Trainer Sebastian Hinze am Sonntagnachmittag (18. April 2021) beim Spitzenreiter SG Flensburg-Handewitt mit 22:29 (8:15).

Wie schon am Donnerstag in Kiel musste Hinze auf sieben Stammspieler verzichten, die sich in Quarantäne (Fabian Gutbrod, Tom Kare Nikolaisen, Tomas Babak, Csaba Szücs und Sebastian Damm) befinden oder verletzt (Yannick Fraatz, Maciej Majdzinski) sind. Errneut wurden deshalb die Nachwuchskräfte Tobias Schmitz, Jonas Leppich und Julian Thomas in dern Kader berufen.

Beide Teams geizten in der Anfangsphase mit Toren. Nach sechs Minuten und dem Ausgleich von Max Darj stand es 1:1. Dann aber legte der Favorit los und zog auf 5:2 davon (11.). Da es vor allem offensiv stockte, nahm Hinze, dessen Wechsel im Sommer 2022 zu den Rhein-Neckar Löwen inzwischen offiziell ist, schon in der 13. Minute die erste Auszeit. Es brachte wenig. Flensburg machte das 7:2 (14.) durch Hampus Wanne. Der BHC, bei dem der reaktivierte Kristian Nippes nach 17 Minuten das Feld betrat, verwarf reihenweise bzw. scheiterte am Aluminium oder an SG-Schlussmann Benjamin Buric. Die Folge: In der 20. Minute bat Hinze erneut zur Besprechung. Immerhin gelang Linus Arnesson kurz danach das 3:9 (21.), Jeffrey Boomhouwer traf zum 4:10 (22.), Darj zum 5:11 (23.). Der Rückstand blieb konstant: Arnor Gunnarsson versenkte einen Siebenmeter zum 7:13 (27.). Mads Mesah Larsen stellte zwe Sekunden vor der Sirene den 15:8-Halbzeitstand für die Norddeutschen her.

Nach dem Wechsel brauchte der BHC zwar wieder fast fünf Minuten bis zum ersten Treffer durch Darj. Insgesamt konnten die Löwen die zweite Halbzeit aber ausgeglichen gestalten, wobei der Abstand konstant um jene sieben Tore Abstand pendelte, die auch am Ende auf der Anzeigetafel standen. Mehr als das war für den dezimierten BHC schlicht nicht drin. Nach dem starken Auftritt von Alexander Weck in Kiel machte diesmal immerhin mit Renars Uscins ein weiterer Youngster positiv auf sich aufmerksam. Spät eingewechselt demonstrierte er mit drei dynamischen Toren Selbstbewusstsein, das BHC-Nationalspieler David Schmidt komplett fehlte. Der Linkshänder biss sich an SG-Keeper Buric die Zähne aus und blieb komplett ohnte Treffer.

Lukas Stutzke konnte sich zumindest in Halbzeit zwei etwas freispielen und analysierte danach im Sky-Interview: „Wir kommen überhaupt nicht ins Spiel in der ersten Halbzeit. Das Kreisspiel haben sie uns komplett genommen, so zwingen sie uns in die Rückraumwürfe. Die müssen wir dann aber konsequenter reinmachen.“

Sebastian Hinze (Trainer BHC): „Das war ein völlig verdienter Sieg für Flensburg. Wir sind gar nicht so schlecht reingekommen, haben defensiv gute Zweikämpfe geführt und waren auch von der Stimmung her da. Aber das hat leider nicht so lange angehalten, weil wir im Positionsangriff große Probleme hatten. Uns fehlte dann auch immer mehr die Überzeugung, und das ist das, was Flensburg will. Wenn man das dann nach zehn Minuten auch noch in die Abwehr mitträgt, reicht das nicht, um hier auf Augenhöhe mitzuspielen. In der zweiten Halbzeit haben wir es besser gemacht. Aber das ist auch das Mindeste, das wir auf die Platte bringen müssen. Das Spiel war in der Pause verloren, so realistisch sind wir. Wir wollten zeigen, dass wir die zweite Hälfte noch für uns nutzen können. Das war eine schwierige Situation, und die Jungs haben das ganz ordentlich gemacht. Aber über die erste Halbzeit müssen wir sprechen und daraus lernen.“

Maik Machulla (Trainer Flensburg): „Wir haben heute ganz viel richtig gemacht. Wir wussten, zu was für einer Leistung der BHC imstande ist. Wir haben sehr leidenschaftlich verteidigt und Würfe erzwungen. Benjamin Buric hat eine starke Leistung erzielt und sich im Vergleich zum Spiel in Essen gesteigert. Schnell haben wir 9:2 geführt, so dass wir Sicherheit und Ruhe hatten. Wir haben es über 60 Minuten geschafft, den Druck hochzuhalten. Der BHC kam dann noch mal zurück, und wir haben noch mal etwas Druck bekommen, aber wir haben uns auch aus der Phase gut befreit, weil wir vorne den Kopf hoch hatten und auch getroffen haben.“

Jörg Föste (Geschäftsführer BHC): „Zwei Tore in 18 Versuchen aus dem Rückraum in der ersten Hälfte – damit ist alles gesagt. Chancen auf einen Punktgewinn haben wir daher bereits früh eingebüßt. Unter dem Strich war das eine in jeder Hinsicht verdiente Niederlage.“

BHC: Rudeck, Mrkva – Boomhouwer (3), Schmitz, Stutzke (3), Weck, Fontaine, Arnesson (5), Darj (4), Bergner, Leppich, Schmidt, Uscins (3), Nippes (1), Gunnarsson (3/3), Thomas.

Es folgen für den BHC zwei weitere Auswärtsspiele – am 25. April beim SC DHfK Leipzig (16 Uhr) und am 5. Mai bei TuSEM Essen (18:30 Uhr). Das nächste Heimspiel am 8. Mai gegen den SC Magdeburg wirdum 18:30 Uhr im Düsseldorfer ISS Dome angepfiffen.

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