Handball-Bundesliga: Flensburg-Handewitt - Bergischer HC 29:23 (13:11)

Handball-Bundesliga: 23:29 (11:13) in Flensburg : BHC ärgerte den Topfavoriten lange

In der Handball-Bundesliga hat der Bergische HC am Donnerstagabend (28. November 2019) erwartungsgemäß die Punkte beim Tabellenführer SG Flensburg-Handewitt gelassen. Das Team von Trainer Sebastian Hinze unterlag im hohen Norden mit 23:29 (11:13).

Die BHC-Fans durften sich über die Rückkehr von Arnor Gunnarsson freuen, der seine Verletzung auskuriert hatte. Die Bergischen kamen gut in die Partie und führten nach vier Minuten mit 3:2. Mit vier Toren konnte sich der haushohe Favorit in der 23. Minute absetzen, doch die konzentriert agierenden Gäste blieben dran. Zur Pause lag Flensburg nur mit 13:11 vorn. Die heimischen Fans waren alles andere als begeistert.

Mehr noch: Auch der Start in Durchgang zwei gelang dem BHC. Linus Arnesson gelang in der 37. Minute das 15:15, Yannick Fraatz sogar das 16:15. Flensburg musste alles geben, zumal Fabian Gutbrod zum 18:18 (43.) und Maciej Majdzinskki zum 19:19 und 20:20 ausglich (44./46.). Die 5.807 Zuschauerinnen und Zuschauer bekamen eine äußerst spannende Partie zu sehen - ob sie wollten oder nicht. Dann aber schaltete die SG einen Gang höher und stellte durch zwei Treffer von Michal Jurecki und Benjamin Buric zwischen der 48. und 51. Minute auf 23:20. Es war die Vorentscheidung. Abschütteln ließen sich die Bergischen aber nicht. Rafael Baena Gonzalez verkürzte auf 23:25 (54.).

Flensburgs Trainer Maik Machulla nahm fünf Minuten vor dem Ende sicherheitshalber noch eine Auszeit. Das 26:23 Jim Gottfridsson zerstreute die letzten Zweifel (56.). Den Ausschlag gab an diesem Abend die individuelle Klasse der Norddeutschen. Dem BHC fehlte zum Schluss die Konzentration. Die SG nutzte das, um das Ergebnis etwas deutlicher zu gestalten. Dennoch lieferte das Hinze-Team beim Champions-League-Teilnehmer eine ansprechende Leistung ab.

Sebastian Hinze (Trainer Bergischer HC): „Es war über 60 Minuten ein verdienter Sieg für die SG Flensburg-Handewitt. Wir haben ein gutes Spiel gemacht, waren sehr präsent. Es war aber kein optimales Spiel von uns, denn es war nicht so, dass bei uns alles gelungen wäre. Das erfreut mich eigentlich, dass wir es trotzdem sehr, sehr lange knapp gehalten haben. In der Abwehr wurden wir immer kompakter. Das wurde zu einem Pfund, das uns in der zweiten Halbzeit ins Spiel gebracht hat. Dann fängt Benjamin Buric irgendwann an, zu halten, und wir machen ein, zwei Fehler im Gegenstoß, die man sich hier nicht leisten darf. Und wir hatten Probleme, einen Rechtshänder im rechten Rückraum zu verteidigen - das macht man nicht so oft, vor allem nicht gegen einen Spieler von solcher Qualität. Da haben wir dann relativ viel bekommen in den letzten Minuten. Insgesamt bin ich einverstanden mit der Leistung meiner Mannschaft. Sie ist stabil aufgetreten. Ein bisschen schade ist nur, dass wir in den letzten Minuten diese Stabilität nicht mehr auf die Platte gebracht haben, sondern das passiert ist, was uns in Flensburg schon oft viel früher passiert ist. Dann wurde es leider doch noch ein Sechs-Tore-Sieg."

Maik Machulla (Trainer SG Flensburg-Handewitt): „Wir sind erstmal zufrieden, dass wir die Punkte geholt haben. Die sechs Tore Abstand geben den Spielverlauf nicht wider. Wir mussten bis zum Ende alles reinwerfen, um die zwei Punkte zu holen. Wir haben von Anfang an viel Druck gemacht, bekommen aber keinen Zugriff in der Abwehr, so dass wir uns nicht absetzen können. Der BHC verteidigt es gut mit sehr offensiven Halben, so dass wir unseren Druck verlieren und uns in Eins-gegen-Eins-Situationen flüchten. Das war mir zu viel. Ein Knackpunkt ist die Situation beim 13:9, als wir nur mit 13:11 in die Halbzeit gehen. Wir machen acht Minuten kein Tor und drei technische Fehler. Da hätten wir es deutlicher machen müssen. In der zweiten Halbzeit wird es ein Kampf. Der BHC spielt es gut, spielt es geduldig. Vom Torhüter erwarte ich auch, dass er ein paar Bälle mehr hält. Ich wollte schon wechseln, aber dann hat Buric angefangen, zu parieren. Da hat man dann gesehen, was in der Halle passiert, wenn wir in den Gegenstoß kommen."

Jörg Föste (Geschäftsführer Bergischer HC): „Es war eine sehr überzeugende Leistung unseres Teams. Die Eins-gegen-Eins-Qualität - und nur die - hat die Partie entschieden.“

Dierk Schmächke (Geschäftsführer SG Flensburg-Handewitt): „Schön, dass es nach vier Wochen mal wieder ein Heimspiel gab. Jetzt freue ich mich auf Sonntag, wo wir in der Champions League ein ganz wichtiges Heimspiel gegen Aalborg haben. Ich weiß gar nicht, wie viele Dänen dann hier sein werden.“

Die nächste Partie bestreitet der BHC am kommenden Donnerstag (5. Dezember 2019) um 19 Uhr bei HBW Balingen-Weilstetten. Das nächste Heimspiel steigt am 15. Dezember im Düsseldorfer ISS Dome gegen den SC Magdeburg.

Mehr von Wuppertaler Rundschau